Friedenskonferenz: Südafrika lädt Dalai Lama aus

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Deutsche Presse-Agentur

Die Weigerung der südafrikanischen Regierung, den Dalai Lama zu einer internationalen Friedenskonferenz einreisen zu lassen, hat am Montag weltweite Proteste ausgelöst.

Unter anderem sagte das norwegische Nobelkomitee, das den Friedensnobelpreis alljährlich vergibt, seine Teilnahme an dem Treffen ab. Auch der frühere südafrikanische Präsident und Friedensnobelpreisträger Frederick Willem de Klerk zog seine Zusage zur Teilnahme zurück. Auch Erzbischof Desmond Tutu drohte mit einer Absage, sollte Präsident Kgalema Motlanthe nicht einlenken. Bei der zweitägigen Konferenz sollten die demokratischen Errungenschaften Südafrikas im Mittelpunkt stehen, ebenso wie die einigende Kraft des Sports mit Blick auf die Fußball-Weltmeisterschaft 2010.

Motlanthes Sprecher Thabo Masebe bekräftigte indes die ablehnende Haltung seiner Regierung. Diese sei der Ansicht, dass eine Einladung des im Exil lebenden geistlichen Oberhaupts der Tibeter gegenwärtig nicht im Interesse des Landes sei, da er nur von Südafrikas Vorbereitungen für die WM ablenken würde. Ein Mitarbeiter der chinesischen Botschaft in Südafrika, Dai Bing, hatte am Vortag der Sonntagszeitung „Sunday Independent“ erklärt, seine Regierung habe die Südafrikaner vor einer Belastung der bilateralen Beziehungen gewarnt. Der Kap-Staat stellt knapp 21 Prozent des chinesischen Handels auf dem Kontinent.

Der Dalai Lama war von den Friedensnobelpreisträgern Tutu, De Klerk und Ex-Präsident Nelson Mandela im Auftrag des organisierenden Fußballverbands PSL zu der zweitägigen Friedenskonferenz am Freitag nach Südafrika eingeladen worden. An ihr sollten neben Tutu und De Klerk auch das Nobelkomitee aus Norwegen und die in Südafrika geborene Schauspielerin Charlize Theron teilnehmen. Ihr US-Kollege Morgan Freeman, der zur Zeit bei Filmarbeiten Mandela verkörpert, hatte sich ebenfalls angesagt.

In Oslo begründete der Chef des Nobelkomitees, Thorbjörn Jagland, die Absage mit der „Verweigerung der Einreisegenehmigung für einen früheren Nobelpreisträger“. Jagland sagte weiter: „Wir werden nicht kommen, wenn die Verweigerung des Visums für den Dalai Lama nicht sehr schnell zurückgezogen wird.“

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