Freilassung von Geiseln in Kolumbien erwartet

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Deutsche Presse-Agentur

In Kolumbien wurde am Sonntag die Freilassung von mehreren Geiseln der FARC-Rebellen erwartet.

Von Brasilien bereitgestellte Hubschrauber flogen im Auftrag des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK) zu einem unbekannten Ort im Urwald im Süden des Landes, um zunächst drei Polizisten und einen Soldaten abzuholen. Am Vortag hatte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) dem kolumbianischen Präsidenten Alvaro Uribe bei einem Treffen in Berlin die weitere Unterstützung Deutschlands auf dem Weg zur Demokratisierung zugesagt. Man wolle insbesondere die Zusammenarbeit in der Wirtschaft und in Bildung stärken, sagte Merkel. Aber auch der Friedensprozess solle unterstützt werden.

Die Hubschrauber brachen am Sonntag in der südlichen Stadt Florencia auf. Die genauen Angaben zum Ort der Übergabe sollte die mitfliegende oppositionelle Senatorin Piedad Córdoba, die die Freilassung vermittelt hatte, den brasilianischen Piloten bei einer Zwischenlandung in der Stadt San José de Guaviare geben. An Bord befanden sich auch Vertreter des IKRK sowie von regierungsunabhängigen Organisationen.

Bei den Geiseln handele sich um die seit 2007 Entführten Walter Lozano, Juan Galicia und Alexis Torres sowie den Soldaten William Domínguez, teilte die Organisation Kolumbianer für den Frieden mit. Nach der Übergabe der Geiseln sollten sie in die Stadt Villavicencio in der Provinz Meta etwa 400 Kilometer südlich von der Hauptstadt Bogotá geflogen werden, wo sie von ihren Angehörigen erwartet wurden.

Für Montag wurde dann die Freilassung des früheren Gouverneurs der Provinz Meta, Alan Jara, erwartet. Am Mittwoch sollte als letzter der frühere Abgeordnete des Parlaments der Provinz Valle del Cauca, Sigifredo López, frei kommen. Die marxistische Rebellengruppe Revolutionäre Streitkräfte Kolumbiens (FARC) hatten am 21. Dezember ihre grundsätzliche Bereitschaft angekündigt, die sechs Geiseln frei zu lassen. Eine Gegenleistung wurde nicht bekannt.

Die Rebellen halten nach Einschätzung der Regierung noch weitere 800 Menschen fest, für die sie von den Angehörigen Lösegelder fordern. Dies ist neben dem Drogenschmuggel eine der Haupteinnahmequellen der FARC, die den Staat seit 1964 bekämpfen.

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