Frankreich: Schwarzer Donnerstag für Sarkozy

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Deutsche Presse-Agentur

Mit Streiks im Bahnverkehr hat am Donnerstag in Frankreich ein landesweiter Protesttag gegen die Sozial- und Wirtschaftspolitik von Präsident Nicolas Sarkozy begonnen. In Paris fielen am Morgen die meisten U- und S-Bahnen aus.

Viele Regional- und Hochgeschwindigkeitszüge blieben in den Depots. Der grenzüberschreitende Bahnverkehr nach Deutschland und Belgien ist nach Angaben der Staatsbahn SNCF aber nicht betroffen. Die öffentlichen Nachrichtensender sendeten Musik statt Informationen.

Die Gewerkschaften protestieren mit dem Aktionstag gegen die ihrer Ansicht nach einseitige Unterstützung der Banken und Industrie durch das staatliche Konjunkturpaket. Sie fordern, auch den Arbeitnehmern und Arbeitslosen mit massiven Staatsausgaben durch die Finanz- und Wirtschaftskrise zu helfen. Für den Nachmittag sind in allen großen Städten Protestkundgebungen geplant.

Gestreikt wird unter anderem in den Schulen, bei der Post, Behörden und an Theatern. Ob den Gewerkschaften die erste große Kraftprobe mit Sarkozy gelingt, wird auch davon abhängen, wie viele Beschäftigte der Privatwirtschaft die Arbeit niederlegen, wo die gewerkschaftliche Organisierung sehr gering ist. Der Protesttag ist populärer als jeder Streik zuvor seit 1995. Nach Umfragen unterstützen sieben von zehn Franzosen den Arbeitskampf. Eine gleich große Anzahl befürwortet gleichzeitig die bestehende Beschränkung des Streikrechts im Nahverkehr mit der Pflicht zu einem Notdienst.

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