Es bleibt ein bitterer Beigeschmack

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Die Räumung der Baumhäuser im Hambacher Forst steht juristisch wohl auf sicheren Füßen. Dennoch bleibt angesichts des Zeitpunkts und der Begründung ein bitterer Beigeschmack.

Nachdem frühere Räumungsversuche nicht erfolgreich waren, führen die Behörden jetzt fehlenden Brandschutz und mangelnde Fluchtwege an. Nach sechs Jahren Besetzung im Wald ist das eine reichlich späte Erkenntnis. Zeitlich fällt sie zusammen mit dem Beginn der Rodungssaison. In Berlin tagt derweil die Kohlekommission, in Münster das Verwaltungsgericht. Beide könnten zu dem Schluss kommen, dass der Hambacher Forst erhalten werden sollte.

Dann aber ist es wohl zu spät für eines der ältesten Stücke Natur in Deutschland. Der Wald soll abgeholzt werden für die Interessen des Energiekonzerns RWE und die längst überflüssig gewordene Braunkohle. Diese Räumung ist ein Schnellschuss. Friedlicher Protest ist deshalb verständlich – zumal unter den Folgen einmal mehr die zukünftigen Generationen leiden werden.

s.fuchs@schwaebische.de

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