Erst den Mangel beheben

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Erst den Mangel beheben
Erst den Mangel beheben
Politikredakteur/Assistent der Chefredaktion

Bundesfamilienministerin Franziska Giffey dürfte erleichtert über die Ergebnisse der DIW-Studie gewesen sein. Lange Zeit war unklar, wie der gesetzliche Anspruch auf eine Ganztagsbetreuung ab dem Jahr 2025 dauerhaft finanziert werden soll.

Nun zeigt sich: Er trägt sich zu einem guten Teil von selbst. Das sollte auch die Skeptiker überzeugen – vor allem Baden-Württemberg und Bayern meldeten Bedenken an den Giffey-Plänen an. Dabei hat gerade der Südwesten großen Nachholbedarf, rund ein Fünftel der Grundschüler lernt ganztags.

Die Rechnung der Studie ist simpel: Während die Kinder ganztags betreut werden, gehen mehr Frauen arbeiten, zahlen Steuern und Sozialversicherungsbeiträge. Das ist nicht nur volkswirtschaftlich sinnvoll. Es muss selbstverständlich sein, Frauen die Berufstätigkeit ermöglichen zu können. Der Eintritt der Kinder in die Grundschule gilt für Mütter als Karrierekiller. Doch reicht es nicht, die Ganztagsbetreuung auszubauen, bloß um Rechtsansprüche erfüllen zu können. Nötig sind auch mehr Lehrkräfte, Sozialarbeiter und Erzieher. Von überforderten Fachkräften und schlecht betreuten Kindern profitiert niemand.

d.hadrys@schwaebische.de

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