Kommentar: Erfolg und Ehrgeiz sind den Grünen suspekt

Hofreiter und Göring-Eckardt
Die Grünen-Fraktionsvorsitzenden Anton Hofreiter und Katrin Göring-Eckardt gelten ebenfalls als Kandidaten. (Foto: Kay Nietfeld / DPA)
Berlin-Korrespondentin

Latzhosen, Strickzeug und Ökosandalen haben die Grünen schon vor Jahrzehnten abgelegt. Aber Erfolg und Ehrgeiz scheinen ihnen nach wie vor suspekt zu sein. Anders lässt sich ihre demonstrative Distanz zu Cem Özdemir nicht erklären, der dieser Koalition mit seiner Erfahrung und seiner Weltläufigkeit nur helfen könnte.

Das Gerangel um die Personalie Özdemir belegt deutlich, dass sich die Grünen im Bund als Regierungspartei noch finden, das Oppositionsdenken noch ablegen müssen. Ihr Machtbewusstsein reicht zwar aus, um regieren zu wollen, aber mit dem zum Regieren notwendigen Pragmatismus wollen etliche Mitglieder nichts zu tun haben. Da brechen die Kämpfe zwischen Realos und Fundis auf, die fast schon befriedet schienen.

Das zeigt sich auch im Umgang mit dem einzigen grünen Landeschef bundesweit, dem baden-württembergischen Ministerpräsidenten Winfried Kretschmann. Je erfolgreicher er ist, desto mehr wirkt er in der Bundespartei wie ein Fremdkörper. Kretschmanns politischer Ziehsohn Özdemir steht in derselben Ecke. Doch mit dieser Haltung schaden die Grünen vor allem sich selbst.

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