Erdogans AKP verliert in türkischer Wählergunst

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Deutsche Presse-Agentur

Die islamisch-konservative Regierungspartei AKP des türkischen Regierungschefs Recep Tayyip Erdogan hat bei der Kommunalwahl vom Sonntag erstmals seit sieben Jahren Verluste eingefahren.

Nach Auszählung fast aller Stimmen kam die AKP in den Städten und Gemeinden zusammengerechnet auf knapp 39 Prozent der Stimmen, acht Prozent weniger als bei der Parlamentswahl 2007 und fast drei Prozent weniger als bei den letzten Kommunalwahlen 2004. Erdogan zeigte sich unzufrieden und erklärte, die AKP werde sich die Ergebnisse genau ansehen, um Schlüsse daraus ziehen, wie türkischen Medien am Montag berichteten.

Die AKP wird erneut die Bürgermeister von Istanbul und Ankara stellen, verlor aber die Küstenstadt Antalya. Die AKP scheiterte zudem mit dem Versuch, der pro-kurdischen DTP die kommunale Mehrheit in der mehrheitlich von Kurden bewohnten Stadt Diyarbakir im Südosten abzunehmen.

Die Wahl war von Gewalttaten mit mehreren Toten und etwa 100 Verletzten überschattet worden. Am Montag wurde in Erzurum erneut ein Politiker der Republikanischen Volkspartei CHP bei Auseinandersetzungen mit DTP-Anhängern getötet. Die laizistische CHP kam in den Kommunen zusammengerechnet auf rund 23 Prozent, die nationalistische MHP erhielt etwa 16 Prozent. Beide Parteien verzeichneten eine Zunahme in der Wählergunst. Zu der Wahl waren mehr als 48 Millionen Stimmberechtigte aufgerufen.

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