Eine faire Grundsteuer für Hausbesitzer muss kompliziert sein

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Gerechtigkeit bei Grundsteuer hat einen Preis
Gerechtigkeit bei Grundsteuer hat einen Preis (Foto: Roland Rasemann)

Wam oder Wum hieß die große Frage bei der Grundsteuerreform. Ein wertabhängiges Modell (Wam), wie es Finanzminister Olaf Scholz wollte, oder ein wertunabhängiges (Wum) nur nach der Fläche von Grundstücken und Gebäuden, wie es zum Beispiel Bayern bevorzugte. Ersteres Modell zieht ein Vielfaches an Bürokratie nach sich, bei letzterem Modell ist die Gefahr von Ungerechtigkeiten größer.

Nun liegen die Eckpunkte für eine Einigung vor, die sich überwiegend am Wam-Modell orientiert. Das Baujahr, der Wert der Fläche und die Nettokaltmieten sollen eine Rolle spielen. Vor einem Bürokratiemonster warnt bereits der Steuerzahlerbund, auch wenn für die Einbeziehung der Nettokaltmieten, die den größten Bürokratieaufwand verursacht hätten, nur Durchschnittswerte herangezogen werden sollen.

Der Finanzminister und seine Länderkollegen haben lange gerungen. Alles in allem sei eine gute Lösung gefunden worden, meint Olaf Scholz. Richtig ist, dass die Eckpunkte im Vergleich zu dem Bayern-Modell, bei dem nur die Größe eine Rolle spielen sollte, auf jeden Fall dem Bedürfnis nach mehr Gerechtigkeit nachkommen. Der Preis der Gerechtigkeit heißt auch: Bürokratie.

s.lennartz@schwaebische.de

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