Ein Zeichen der Unzufriedenen

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Ein Zeichen der Unzufriedenen
Ein Zeichen der Unzufriedenen
Ralf Müller

Es brodelt in der CSU. Ventil für den Ärger über Markus Söders flottes Umbau-tempo war die angestrebte Ausweitung der Frauenquote. Hätte die Frauen Union-Vorsitzende Ulrike Scharf die „Muss“- nicht in eine „Soll“-Vorschrift umgewandelt, wäre die Reform krachend gescheitert und die Parteiführung hätte schwere Blessuren erlitten. Aus den Wortbeiträgen der Kritiker klang heraus, dass es nicht nur um die Frauen ging, sondern um ein generelles Missbehagen. Man laufe zu sehr „den Grünen hinterher“, formulierten etliche Delegierte.

Die offen ausgetragene Schlacht um die Frauenquote war nicht nur der Sorge einiger CSU-Herren über das drohende Wegschwimmen ihrer Felle geschuldet. Es ist ein Signal an die Parteispitze: „Bis hierher und nicht weiter.“ Darin zeigt sich der Frust über die neue Linie der Parteiführung. Die Wirtschaftspolitiker maulen über zuviel Klimaschutz und zu wenig Ökonomie, die Senioren sehen mit Argwohn, dass offenbar nur noch jung und weiblich zählt und die Landwirte hadern mit der Übernahme des Artenschutz-Volksbegehrens. Und die Frauen, die immer noch nur 21 Prozent der CSU-Mitglieder stellen, werden mit dem misslungenen Anlauf für eine verbindliche Quote auch nicht zufriedener sein.

politik@schwäbische.de

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