Ein grüner Blondschopf hält die Tradition hoch

 Wird besonders von anders Frisierten skeptisch beäugt: Die Haarpracht von Anton Hofreiter (l.).
Wird besonders von anders Frisierten skeptisch beäugt: Die Haarpracht von Anton Hofreiter (l.). (Foto: IMAGO/Spicker)
Schwäbische.de

Zu den Ungerechtigkeiten unsere Zeit gehört es, dass ein Teil der Bevölkerung die Dienste von Friseuren in Anspruch nehmen darf. Während der andere Teil mangels ausreichender Menge an Haaren außen vor bleibt. Zwar steht vor den wenigsten Friseur-Geschäften ein Schild mit der Abbildung einer Glatze nebst dem Satz: „Wir müssen draußen bleiben.“ Wagt man es, trotz Haarmangels einen solchen Laden zu betreten, geht es einem aber wie dem laktose-inkompetenten Veganer im Steakhaus: Außer einer Tasse Kaffee ist nichts zu holen.

Menschen ohne nennenswertes Haupthaar – insbesondere Männer – können sich damit trösten, dass viele berühmte Leute Glatze tragen. Zum Beispiel der Bundeskanzler, wobei diese umrahmt wird von einem Resthaar-Kranz, der dem Vernehmen nach durchaus noch gelegentlich geschnitten werden muss. Der ehemalige Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) pflegt einen ähnlichen Haarstil – womit der Verdacht ausgeräumt wäre, der Kopfschmuck sei womöglich abhängig von der Partei.

Die Langhaarigkeit war lange Zeit den Grünen exklusiv vorbehalten. Es gibt zum Beispiel historische Bilder von Joschka Fischer mit bemerkenswertem Pelz auf der Rübe. Heute hält lediglich Anton Hofreiter als schulterlanger Blondschopf die langhaarige Tradition hoch. Wobei auch bei ihm ständig ausgeprägtere Tendenzen eines lichter werdenden Kopfes festzustellen sind.

Beim Friseur dürfte Hofreiter trotzdem nicht als Umsatzkanone gelten. Denn bei derart fragiler Mähne darf man höchstens ein bisschen die Spitzen schneiden. (nyf)

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