Ein Fall für Heimatminister Seehofer

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Es gibt zu denken, wenn ausgerechnet die CDU-Chefin und Kanzlerin in spe den Deutschen mehr Lockerheit verordnen will. „Wir sind das verkrampfteste Volk, das auf der ganzen Welt herumläuft“, hatte sie unlängst gesagt, als sie nach einem Witzchen über die Toilette für das dritte Geschlecht von der Toleranzpolizei in Sippenhaft genommen wurde. Da konnte die Saarländerin noch nicht ahnen, wie humorlos es in der Republik tatsächlich zugeht. Im schönen Oberbayern jedenfalls ist ein unfassbarer Bierdeckel-Streit entbrannt.

Das Hofbräuhaus Traunstein hat Ärger mit dem Werberat in Berlin, der Reklame-FSK. Kritisiert wird das Foto auf der Pappe. Es zeigt Brauereibesitzer Maximilian Sailer und seine Frau Brigitte. Er gibt ihr ein Bussi, während sie ein Bier anschmachtet. „Hilft in Sekunden – wirkt für Stunden“, steht drauf. Klar, das mit der stundenlangen Wirkung ist Quark, aber Drei-Wetter-Taft darf das seit Jahrzehnten ungestraft behaupten.

Gerügt wird aber auch etwas anderes: Der Spruch samt der „sich umarmenden Protagonisten“ suggeriere, der Konsum von Alkohol könne „zu einem leichteren, unbeschwerten Lebensgefühl, auch im zwischenmenschlichen Bereich“ führen. Dies könne als Aufforderung zu missbräuchlichem Alkoholkonsum missverstanden werden.

Ja, so sind die Leute: Trinken gedankenlos Bier, haben gute Laune und müssen am Ende auf die nicht vorhandene Toilette fürs dritte Geschlecht. Da hört der Spaß auf! Wir brauchen das Reinheitsgebot für Bierdeckel! Heimatminister Seehofer, bitte übernehmen! (jos)

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