Drehen statt durchdrehen

Vojin Kusic vor dem drehbaren Haus in Srbac.
Vojin Kusic vor dem drehbaren Haus in Srbac. (Foto: PIXSELL/imago images)
Schwäbische Zeitung

Das ewige Menschheitsexperiment – in diesem Fall namentlich die Ehe zwischen Mann und Frau – hat ausgeprägte Tücken. Eine davon ist gewiss, dass es fast unmöglich ist, dass er oder sie es ihm oder ihr recht machen kann. Mal stört sich die Frau daran, wenn der Mann seine Schuhe irgendwo herumliegen lässt. Mal ist es dem Gatten egal, wenn sie sich über entfernte Nasenhaare im Waschbecken erregt. Bei entfernten Bartstoppeln wird das Gezeter ja auch nicht besser.

Im Bosnien hat nun gemäß der Zeitung „Die Welt“ ein Mann namens Vojin Kusic – 72 Jahre alt, seit Jahrzehnten verbindlich verheiratet – Konsequenzen gezogen: Weil seine Frau stets am Ausblick des mehrfach um-, hin- und hergebauten Hauses immer noch herumlamentierte, baute der findige Eigenheimbesitzer schließlich eine Unterkonstruktion, mit deren Hilfe sich das Haus jetzt drehen lässt. Jammert die Gattin also nun zum Beispiel, dass es nicht genug Morgensonne hat, kurbelt ihr sorgender Ehemann einfach das Schlafzimmerfenster in östliche Ausrichtung. Oder das Haus kehrt auf Knopfdruck herannahenden Besuchern der unerwünschten Art den Rücken.

Billiger wäre es freilich gewesen, Herr Kusic hätte seine vor Unzufriedenheit rotierende Frau auf einen Drehstuhl in den Garten gesetzt. Da hätte sie ohne größeren Aufwand zwischen den 360 Grad verfügbaren Ausblickmöglichkeiten frei wählen können. Dass sie das nun in und mitsamt dem Haus tun kann, ist schon sehr nett von Herrn Kusic, der seine Gemahlin so arg liebt, dass er ganz aus dem Häuschen ist. (nyf)

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