Die Tochter kritisiert den US-Präsidenten

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Ivanka Trump. Ihr Vater, der US-Präsident Donald Trump hatte kritische Medien als „Feinde des Volkes“ bezeichnet. Ivanka Trump
Ivanka Trump. Ihr Vater, der US-Präsident Donald Trump hatte kritische Medien als „Feinde des Volkes“ bezeichnet. Ivanka Trump widerspricht. (Foto: dpa)
Schwäbische Zeitung

Es sind Sätze, die für Schlagzeilen gesorgt haben. Ivanka Trump sagte am vergangenen Donnerstag bei einer Veranstaltung in Washington: „Ich habe da sehr starke Gefühle. Ich bin vehement gegen die Trennung von Eltern und Kindern.“ Die Tochter des US-Präsidenten meinte die Praxis, illegale Migranten nach ihrer Ankunft in den USA von deren Kindern zu trennen. Dann macht sie eine im Grunde lapidare Bemerkung: nämlich, dass die Medien nicht die Feinde des Volkes seien. Ist Ivanka damit nicht deutlich auf Distanz gegangen zu ihrem Vater? Beginnt sie sich abzusetzen von Donald Trump? Ihre Stimme ist weich, laut wird sie nie. Ivanka Trump klingt wie ein Kontrastprogramm zu ihrem Vater.

Zufall ist er nicht, der Auftritt, mit dem Ivanka nach längerer Pause wieder ins Rampenlicht tritt. Im November stehen Kongresswahlen an, eine Art Referendum über Trump. Begreift man dessen Familie als eingespieltes Wahlkampfteam, dann übernimmt die älteste Tochter den Part der Sanften, während ihr Vater donnert und wütet und die Wahrheit verbiegt, Hauptsache, der harte Kern seiner Anhänger feiert ihn als Rebellen. Die Rollenverteilung hat schon einmal funktioniert, in den Wochen vor dem Wahlsieg im Novembers 2016. Auch weil Ivanka so beruhigend nett wirkte, glaubten schwankende Wähler, dass Donald Trump sich als Präsident beruhigen würde.

Jedenfalls bleibt Ivanka im Weißen Haus. Noch vor Kurzem hatte es Gerüchte gegeben, wonach es sie samt Familie zurück nach New York ziehe. Dann ließ sie wissen, dass sie ihre Modemarke abwickelt, um weiter hochkonzentriert in der Regierungszentrale zu arbeiten. Natürlich zusammen mit ihrem Mann, Jared Kushner. Das Duo Jared und Ivanka, von Voreiligen abgeschrieben, wird weiter am Tisch sitzen, wenn Entscheidungen fallen. Frank Herrmann

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