Die Lage im Jemen bleibt aussichtslos

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Aussichtslos
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Politikredakteur/Assistent der Chefredaktion

Das Treffen zwischen den jemenitischen Konfliktparteien vor den Toren Stockholms ist der dritte Anlauf für ein Ende der Gewalt im Jemen. Frieden wird dem Treffen auch diesmal wohl kaum entwachsen. Der Konflikt ist über ein regionales Geplänkel zwischen Regierung und Huthi-Rebellen hinausgewachsen. Der schiitische Iran und das verfeindete sunnitische Saudi-Arabien nutzen Jemen als Schauplatz ihres Stellvertreterkrieges. Iran stützt die Huthis, Riad die Regierung. Ein Kompromiss wäre ein Einknicken vor dem jeweiligen Erzfeind.

Eine unrühmliche Rolle spielt die Bundesregierung. Saudi-Arabien ist der zweitbeste Kunde deutscher Waffen. Dabei hatten sich Union und SPD im Koalitionsvertrag verordnet, keine Rüstungsexporte an Staaten zu genehmigen, die am Jemenkrieg beteiligt sind. Erst nachdem der Mord am Journalisten Jamal Khashoggi Saudi-Arabien ins Zentrum internationaler Kritik gerückt hat und die Empörung eine unüberhörbare Lautstärke erreicht hat, hat die Bundesregierung ihre Ausfuhrpraxis revidiert – obwohl der Konflikt seit 2014 besteht und seitdem Zivilisten sterben und Kinder verhungern. Ein schlechtes Zeugnis für Berlin.

d.hadrys@schwaebische.de

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