Die Grenze für Sánchez ist erreicht

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 Ralph Schulze
Ralph Schulze (Foto: Kai-Uwe Heinrich/TSP)
Ralph Schulze
Redakteur

Die Ablehnung des Staatshaushaltes im Parlament stürzt Spanien in eine Regierungskrise. Ohnehin war Sánchez’ sozialistisches Minderheitskabinett vor acht Monaten eigentlich als Übergangsregierung angetreten, um nach dem Sturz des konservativen Mariano Rajoy, der über Korruptionsvorwürfe und ein Misstrauensvotum stolperte, einen neuen Anfang zu ermöglichen.

Dass Sánchez überhaupt so lange aushielt, hat er den katalanischen Separatistenparteien zu verdanken, von denen seine Mehrheit abhing. Aber sie verkauften sich teuer und verlangten immer neue Zugeständnisse. Als sie ihre Unterstützung an Verhandlungen über die Unabhängigkeit Kataloniens knüpften, war für Sánchez die Grenze des Möglichen erreicht.

Denn auch ein Regierungschef ist an Spaniens Verfassung gebunden. Wäre Sánchez also auf die Forderungen eingegangen, würde er möglicherweise dort landen, wo derzeit 12 katalanische Separatistenführer sitzen: auf der Anklagebank.

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