Die freiwillige Nutzung der Corona-Warn-App ist eine Bürgerpflicht

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Vorsicht, Fallstrick: Die richtige Corona-Warn-App herunterladen
Die App kann in Deutschland in den App-Stores von Google und Apple auf die Smartphones geladen werden. (Foto: Catherine Waibel / dpa)
Chef vom Dienst Digital / stellv. Leiter Digitalredaktion

Nun ist sie also da, die Corona-Tracing-App. Sie kann in Deutschland in den App-Stores von Google und Apple auf die Smartphones geladen werden. Und das ist in vielerlei Hinsicht eine gute Nachricht.

Gut, weil Deutschland endlich einmal seine technologische Kompetenz genutzt hat, um auf dem Gebiet der Digitalisierung neue und nötige Schritte zu gehen. Denn statt Innovationsfreude herrschte im Hochtechnologieland viel zu oft Innovationsträgheit.

Gut auch, dass es nun eine Technologie gibt, die die bisherigen Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie sinnvoll ergänzt. Denn der im europäischen Vergleich relativ glimpfliche Verlauf der Pandemie demaskiert nicht etwa die Einschränkungen der öffentlichen und individuellen Lebensräume als unnötig. Es waren vielmehr diese Einschränkungen, die einen glimpflichen Verlauf erst begünstigt haben. Das zeigen sehr deutlich die Vergleiche mit Ländern innerhalb wie außerhalb Europas.

Dass es immer noch Menschen gibt, die das anders sehen, lässt sich mit dem Präventionsparadox erklären: Weil die Maßnahmen für viele erfolgreich waren, werden sie nun von Einzelnen hinterfragt. Das könnte auch der Corona-Tracing-App drohen, wenn man ihre Sinnhaftigkeit anzweifelt, weil die Corona-Pandemie doch schon überstanden sei.

Doch diese gefühlte Wahrheit ist trügerisch. Das Virus ist längst nicht besiegt und eine zweite Infektionswelle nach Meinung von Experten nicht nur möglich, sondern sehr wahrscheinlich. Hier setzt die neue Corona-Warn-App an. Mit ihr können mögliche Infektionsketten nachverfolgt und unterbrochen werden. Dazu ist es notwendig, dass so viele Menschen wie möglich in Deutschland diese App nutzen.

In Zeiten, in denen rund um das Coronavirus Verschwörungsmythen Hochkonjunktur haben und die Komplexität einer nie dagewesenen Krisensituation das Misstrauen in Politik und Wissenschaft befördert, hat die Bundesregierung bei der Umsetzung der App eigentlich alles richtig gemacht. Sie hat sich für größtmögliche Transparenz und absolute Freiwilligkeit entschieden.

Bedenken über mangelnden Datenschutz, das hat die Offenlegung des Programmier-Codes der App gezeigt, sind ausreichend entkräftet. Ebenso die Sorge, man würde über die App ausspioniert. 

Es ist somit nachweislich falsch, wenn nun behauptet wird, die Corona-Warn-App sei lediglich sinistres Mittel zum unheiligen Zweck, zur Erschaffung des gläsernen Bürgers. Es ist auf lächerliche Weise ironisch, dass dieser Vorwurf in der Tat für den Datenkraken Facebook gilt, wo die Falschbehauptungen zur Corona-App mit Likes und damit Zigtausenden persönlichen Datenspuren versehen werden. 

Die Warn-App aber dient tatsächlich nur einem Zweck: eine erneute unkontrollierte Ausbreitung des Virus zu vermeiden. Es ist keine Selbstverständlichkeit, dass Deutschland bisher mit Umsicht und Disziplin durch die Corona-Pandemie steuert, aber es ist selbstverständlich wünschenswert, dass das so bleibt. 

Technologie allein kann das nicht gewährleisten, es ist vor allem der Mensch, der in der Pandemie durch sein Verhalten über den Grad die Infektionsausbreitung entscheidet - und damit möglicherweise eben auch über Leben und Tod. Die Bewältigung der Corona-Krise war, ist und bleibt eine gesamtgesellschaftliche Herausforderung.

Da man dies also nur gemeinsam schafft, sollte jede(r) Einzelne es als Bürgerpflicht betrachten, jede sich bietende Möglichkeit im Kampf gegen das Virus zu nutzen - und somit auch die App. Eine Entscheidung eines jeden Einzelnen, zum Wohle und der Gesundheit aller.

Die offizielle Corona-Warn-App des Bundes, auch als "Tracing-App" bezeichnet, steht seit 16. Juni 2020 zur Verfügung. Im App-Store von Google (HIER) und Apple (HIER) kann sie heruntergeladen werden. Den Download-Link gibt es auch über die offizielle Seite der deutschen Bundesregierung HIER.

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