Die Essener Tafel formuliert jetzt geschmeidiger

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Kunden der Essener Tafel
Kunden der Essener Tafel auf dem Weg zur Ausgabestelle. (Foto: DPA)
Schwäbische Zeitung

Für die Entscheidung, keine Ausländer mehr als Neukunden aufzunehmen, hatte die Essener Tafel heftige Schelte bezogen, und Applaus von unerwünschter Seite erhalten. Selbst die Kanzlerin meinte Kritik üben zu müssen. Das hätte sie besser gelassen – wie überhaupt Politiker, Funktionäre und andere Außenstehende sich mit mehr oder weniger wohlmeinenden Tipps zurückhalten sollten, solange sie die Ehrenamtlichen im Alltag mit ihren Problemen alleine lassen.

Dieselbe Wirkung wie mit Ausländerstop

Die inzwischen gefundene Formulierung, Familien, Alleinerziehende und Senioren bevorzugt zu bedienen, klingt geschmeidiger als der plakative Ausländerstopp. In der Sache wird sie dieselbe Wirkung erzielen. Denn die offenkundige Problemgruppe – junge, ausländische Männer – bleibt weiterhin ausgeschlossen, wenngleich mithilfe von Kriterien, die weniger Angriffsfläche bieten als bisher.

Tafel sollte selbst entscheiden dürfen

Diese Freiheit muss einer Organisation zugestanden werden, die von Spenden und vom Einsatz freiwilliger Helfer lebt. Denn wenn aufgrund untragbarer Zustände das Engagement der Ehrenamtlichen erlahmt, ist niemandem geholfen. Nicht den Armen – und schon gar nicht dem Staat, für den die Freiwilligen Woche für Woche in die Bresche springen.

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