Der Staat allein wird es nicht schaffen: Wie wir diese Krise überwinden

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In Deutschland bleiben von kommender Woche an Schulen und Kindertagesstätten geschlossen. Die Frage, wer die Kinder nun betreut, mag Hunderttausende Eltern vor erhebliche Probleme stellen. Dennoch ist die Entscheidung richtig. Nur mit einem weitgehenden Rückzug ins Private – und das ist ein Appell an alle Menschen hierzulande – wird es möglich sein, die weitere Ausbreitung von Sars-CoV-2 zu verlangsamen.

Gerade an Schulen, wo Kinder dicht an dicht sitzen, sich auf Pausenhöfen und Fluren drängen, ist es aber schwierig, die notwendigen Abstands- und Verhaltensregeln durchzusetzen. Das zeigt sich Jahr für Jahr in der Erkältungssaison, davon würde auch das Coronavirus profitieren. Die Schulen zu schließen, ist also ein Gebot der Vernunft – zumal die Länder angekündigt haben, mittels Notbetreuung für Kinder zu sorgen, deren Eltern im Gesundheitssystem unabkömmlich sind.

Um es ganz klar zu sagen: Das neuartige Coronavirus hat das Potenzial, Deutschland und die Welt in eine der schlimmsten Krisen seit Jahrzehnten zu stürzen. Das Leben der Menschen wird sich auf Dauer verändern, wenn der Erreger nicht mit aller Macht bekämpft wird. Wer daran Zweifel hat, sollte seinen Blick in Richtung Italien richten.

Zu Hause bleibt, wenn er es kann, und anderen hilft, wenn es nötig ist

Dort steht das öffentliche Leben bereits still, mehr als Tausend Menschen sind gestorben, Zigtausende werden einen wirtschaftlichen Ruin erleiden. Deutschland hat den Vorteil, dass es sich besser auf Corona vorbereiten konnte als die Nachbarn im Süden. Dieser Vorteil muss genutzt werden, um Zeit zu gewinnen und die Zahl der Infektionen auf möglichst niedrigem Niveau zu halten.

Aber auch das sollte jedem klar sein: Der Staat allein – die Bundesregierung, die Länder, die Kommunen – wird es nicht schaffen, besonders gefährdete Menschen zu schützen. Das kann nur gelingen, wenn jeder Einzelne gleichzeitig Umsicht und Solidarität walten lässt: Zu Hause bleibt, wenn er es kann, und anderen hilft, wenn es nötig ist – zum Beispiel den Einkauf übernimmt für die betagten Nachbarn.

Dann könnte aus der Krise zumindest eine Chance für den gesellschaftlichen Zusammenhalt werden.

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