Der neue Ostbeauftragte der Regierung

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 Christian Hirte (CDU) ist neuer Ostbeauftragter der Bundesregierung.
Christian Hirte (CDU) ist neuer Ostbeauftragter der Bundesregierung. (Foto: dpa)
Schwäbische Zeitung

Der Thüringer CDU-Abgeordnete Christian Hirte wird neuer Ostbeauftragter der Bundesregierung. Der 41-Jährige wird als Ostbeauftragter parlamentarischer Staatssekretär im Wirtschaftsministerium und löst zur Regierungsbildung die SPD-Politikerin Iris Gleicke ab. Dass er wie Gleicke auch mal harsche Worte gegen Merkel richtet, ist indes nicht zu erwarten.

Durch verbale Querschüsse fiel der CDU-Politiker bisher nicht auf. Nach Abschluss der Sondierungen mit der SPD im Januar ließ er sich auf Facebook nur zu der Bemerkung hinreißen, er hätte sich „an einigen Stellen weniger linke Verteilungsromantik gewünscht“.

Der dreifache Vater legte bislang eine glatte politische Karriere hin. Der 1976 in Bad Salzungen geborene Katholik absolvierte nach dem Abitur zunächst seinen Zivildienst in einem Senioren- und Pflegeheim, bevor er 1995 an der Universität Jena Jura studierte. Erste Erfahrungen im Politikbetrieb sammelte er parallel dazu zwei Jahre lang als Mitarbeiter für zwei Abgeordnete des Thüringer Landtags. Nach seinem Referendariat am Landgericht Meiningen stieg er 2004 als Rechtsanwalt in eine Kanzlei ein, der er bis heute angehört. Als seine größte Schwäche nennt Hirte das „große Arsenal von Ausreden“, wenn es um Sport und Bewegung geht.

2008 zog Hirte in den Bundestag ein. Bei der Wahl 2009 holte er das Direktmandat in seinem Wahlkreis in der Region Eisenach, das er 2013 und auch 2017 verteidigte. In Thüringen ist er seit vier Jahren stellvertretender CDU-Landeschef.

Für Hirte ist es „auch im 28. Jahr der Deutschen Einheit weiter notwendig, die besondere Situation des Ostens auch mit einer besonderen Funktion innerhalb der Bundesregierung zu würdigen“. Hirte sieht in zwei Bereichen deutliche Unterschiede zwischen Ost und West. So sei Ostdeutschland überwiegend ländlich oder kleinstädtisch geprägt. Zudem sei die Wirtschaft „viel kleinteiliger aufgestellt“, es gebe keine großen internationalen Konzerne mit all ihren höchstqualifizierten und sehr gut bezahlten Jobs. Deshalb müsse es weiterhin eine gezielte Förderung geben. (AFP)

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