Der Demokratie den Puls gefühlt

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 Sabine Lennartz
Sabine Lennartz (Foto: Roland Rasemann)

Kein Streit um Steuern, um Ausgaben, um Renten oder Kitas, um Programme. Stattdessen hat der Bundestag den Puls der Demokratie gefühlt. Das ist bitter nötig. Stolpert der Herzschlag schon durch die Hetze von rechts? Und wie hat eine Partei, die nur ein Thema kennt, das Parlament bereits verändert? Die Nachdenklichkeit, die Sorgen, aber auch die Hilfslosigkeit sind spürbar. Auf der einen Seite ein Deutschland, dem es wirtschaftlich so gut geht, dass es von aller Welt beneidet wird, auf der anderen Seite die Schar der Unzufriedenen, die wachsende Kluft in der Gesellschaft, die Verachtung für jene, die sie repräsentieren.

Der Bundestag hat sich damit befasst, und er hat die richtigen Antworten gegeben. Sowohl der temperamentvolle Martin Schulz, der alle Demokraten zur Zusammenarbeit gegen Hass und Faschisten aufrief, als auch der liberale Christian Lindner, der ermahnte, endlich zu den Sachthemen zurückzukehren.

Ruhig seine Arbeit zu verrichten, ist ein bewährtes Rezept, wenn es jemandem schlecht geht. Und es könnte auch dem Parlament helfen. Denn wer über Bafög und Kitas, über Renten und Pflege streitet und am Ende Lösungen findet, der arbeitet für die bessere Zukunft vieler. Und das interessiert mehr als die tagelange Frage, ob es eine Hetze oder eine Hetzjagd in Chemnitz war.

s.lennartz@schwaebische.de

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