Das Misstrauen gegenüber Iran wächst

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Das Misstrauen wächst
Das Misstrauen wächst
Thomas Seibert

Nach dem Flugzeugabsturz in Iran tritt der Konflikt zwischen der Regierung in Teheran und dem Westen in eine neue Phase. Die Iraner werden alles tun, um Vorwürfe aus den USA und Kanada zu entkräften, dass ihre Luftabwehr das Flugzeug versehentlich abgeschossen hat. Auf der anderen Seite werden Iran-feindliche Hardliner, besonders in Washington, nichts unversucht lassen, um die Mullah-Regierung als menschenverachtendes Regime hinzustellen, dem nicht zu trauen ist. Die Wahrheit wird vielleicht nie ans Licht kommen. Die Forderung der EU nach einer „glaubwürdigen“ Untersuchung ist ein frommer Wunsch.

Zwei Dinge sind schlimm daran. Erstens rückt das Leid der Angehörigen in den Hintergrund. Die Hinterbliebenen haben ein Recht darauf, zu erfahren, was mit ihren Verwandten und Freunden geschehen ist und wer die Verantwortung dafür trägt. Zweitens wird das gegenseitige Misstrauen zwischen Iran und den westlichen Staaten weiter verstärkt. Für politische Verhandlungen zwischen Iran und den USA fehlt jede Grundlage. Eine Woche nach dem US-Mordanschlag auf den iranischen General Soleimani ist das Risiko eines neuen Krieges im Nahen Osten trotz aller Bemühungen um Deeskalation deshalb nach wie vor hoch.

politik@schwaebische.de

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