Clinton bietet Nordkorea Friedensvertrag an

Lesedauer: 4 Min
Deutsche Presse-Agentur

US-Außenministerin Hillary Clinton will die Beziehungen zu Nordkorea normalisieren, wenn das kommunistische Land sein Atomprogramm aufgibt.

Kurz vor ihrer ersten Auslandsreise als Ministerin nach Asien forderte Clinton, das Regime in Pjöngjang müsse „wirklich dazu bereit sein, sein Atomwaffenprogramm vollständig und überprüfbar abzuschaffen“. Füge sich Nordkorea diesen Bedingungen, sei die US-Regierung zur Unterzeichnung eines Friedensvertrages sowie unter anderem zu Energielieferungen bereit, sagte Clinton am Freitag (Ortszeit). Die Ministerin trifft am Montag zuerst in Japan ein. Weitere Stationen ihrer Reise sind Indonesien, Südkorea und zum Abschluss am Freitag China.

Clinton warnte Nordkorea jedoch auch, „alle provokativen Aktionen oder wenig hilfreiche Rhetorik gegenüber Südkorea“ zu unterlassen. Das Atomprogramm des Landes nannte sie „die akuteste Bedrohung für die Stabilität in Nordost-Asien“. In den vergangenen Wochen hatten sich die Spannung zwischen Nord- und Südkorea wieder verschärft.

Zugleich sprach sich Clinton in einer Rede vor der amerikanischen Asien-Gesellschaft in New York für „positive Beziehungen“ zu China aus. Auf mittlerer Ebene sollen im Laufe des Monats Gespräche zwischen den Militärs beider Länder wieder aufgenommen werden, nachdem sie wegen Waffenverkäufen der USA an Taiwan im vorigen Jahr auf Eis gelegt worden waren.

„Trotz unserer Differenzen bekennen sich die Vereinigten Staaten zum Ziel eines positiven Verhältnisses zu China“, sagte Clinton. Dies sei „entscheidend für Amerikas Frieden, Fortschritt und Wohlstand in der Zukunft“. Unlängst hatten Äußerungen des neuen amerikanischen Finanzministers Timothy Geithner, China manipuliere seine Währung, für Irritationen in Peking gesorgt.

Clinton sagte weiter, Ihr Fokus auf Asien beruhe auf der Erkenntnis, dass „so viel in der Welt von morgen von der Energie und den Entscheidungen Asiens abhängt“. Dass ihre erste Reise sie nach Fernost führe, solle als „starkes Signal“ verstanden werden, dass die USA eine „starke Partnerschaft“ über den Pazifik wie über den Atlantik hinweg wollten.

Auf der ersten Station der Reise in Japan will Clinton ihren Worten zufolge ein Abkommen unterzeichnen, durch das 8000 US-Soldaten von Okinawa auf die zu den USA gehörende Pazifikinsel Guam verlegt werden. Das Bündnis der USA mit Japan nannte sie „unerschütterlich“. Auch Südkorea bezeichnete Clinton in ihrer Rede als „historischen Verbündeten“. Sie wolle sich für einen Ausbau des beiderseitigen Handels einsetzen. Bei ihrem Besuch in Indonesien strebe sie eine Vertiefung der Beziehungen mit dem nach der Bevölkerungszahl größten islamischen Land der Welt an, sagte die Ministerin.

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen