Christoph Heusgen ist Deutschlands Gesicht im UN-Sicherheitsrat

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 Christoph Heusgen vertritt Deutschland bei den Vereinten Nationen.
Christoph Heusgen vertritt Deutschland bei den Vereinten Nationen. (Foto: dpa)
Ellen Hasenkamp

Jahrelang war er der Mann im Hintergrund, jetzt ist er Gesicht und Stimme Deutschlands bei den Vereinten Nationen. Für Christoph Heusgen ging mit der Entsendung als deutscher Botschafter nach New York ein Traum in Erfüllung.

Der 63-Jährige ist bei der UNO im Herzen der internationalen Diplomatie angekommen. Dort spielt er nun für die nächsten beiden Jahre eine besonders herausgehobene Rolle, weil Deutschland mit dem Jahreswechsel zum sechsten Mal einen der nichtständigen Sitze im UN-Sicherheitsrat übernommen hat.

Deutschland hat sich viel vorgenommen für seine zweijährige Mitgliedschaft im Sicherheitsrat. Heusgen aber ist Profi genug, um zu wissen, dass sich nicht alle Ziele umsetzen lassen. Dass es bei der Lösung von Konflikten oft nur millimeterweise vorangeht und es mitunter mehr Rückschläge als Erfolge hagelt, hat Heusgen oft genug erlebt.

Nach seinem Eintritt in den Auswärtigen Dienst arbeitete Heusgen um die Jahrtausendwende für den EU-Außenpolitiker Javier Solana. Dort sammelte er nicht nur Erfahrung in Krisenmanagement aller Art, sondern auch Telefonnummern und Kontakte in alle Welt.

Zwölf Jahre lang – so lange wie niemand in dieser Funktion vor ihm – hat Heusgen Bundeskanzlerin Angela Merkel in Fragen der Außen- und Sicherheitspolitik beraten, ehe er 2017 nach New York wechselte.

Dass die Kanzlerin auch dann weiter auf seinen Rat hörte, als sie längst selbst eine erfahrene Krisenmanagerin war, spricht für ihn. Umgekehrt hat er ihre Fähigkeit zum Zuhören stets hoch geschätzt. Die beiden verbindet wohl auch ihr Faible für das hartnäckige Herumschrauben an kniffeligen Problemen. „Mein Traum ist, dass die Kanzlerin einmal im Sicherheitsrat sitzt“, verriet Heusgen bei einem Auftritt an einer US-Universität. Wenn sie ihren Ex-Berater persönlich antreffen will, sollte Merkel aber nicht Ende August kommen. Denn dann ist Schützenfest in Heusgens Heimat Neuss. Und das verpasst er nur ungern.

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