Chefhenker der Roten Khmer vor Gericht

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Deutsche Presse-Agentur

Im ersten Prozess gegen einen der Drahtzieher des Rote-Khmer-Regimes in Kambodscha hat das Völkermordtribunal am Montag mit der Anklageverlesung begonnen.

Dem angeklagten früheren Chef des Folterzentrums Touls Sleng, Kaing Gük Eav alias Duch, werden Verbrechen gegen die Menschlichkeit, Verstoß gegen die Genfer Konventionen sowie Mord und Folter vorgeworfen. Der 66-Jährige, der seine Schuld bereits eingestanden hat, schritt zum Auftakt der Verhandlung zur Anklagebank und bestätigte mit fester Stimme seine Personalien.

Das Gericht begann anschließend mit einer ausführlichen Beschreibung der Zustände in dem Foltergefängnis, auch bekannt als S21. Mehrere Zeugen hatten den Ermittlungsrichtern gesagt, Duch habe Folter ausdrücklich angeordnet und teilweise persönlich überwacht. Aufgabe von S21 sei die „Vernichtung der Feinde“ gewesen. Duch sagte den Richtern, dass mit der Festnahme bereits die Schuld der Gefangenen feststand und es seine Aufgabe nur noch war, Geständnisse als Spione zu erpressen, ehe die Menschen systematisch ermordet wurden. Aus Statistiken von S21 geht hervor, dass dort mindestens 12 380 Menschen gefoltert wurden.

Die Roten Khmer planten die kommunistische Revolution und hatten einen Agrarstaat als Ziel. Sie vertrieben die Stadtbevölkerung aufs Land und zwangen sie zur Feldarbeit. Während ihrer Schreckensherrschaft von 1975 bis 1979 kamen wahrscheinlich zwei Millionen Menschen um. Das Regime fiel mit dem Einmarsch Vietnams.

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