CDU und CSU versuchen den Wechsel zur totalen Harmonie

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CSU-Winterklausur
Gemeinsam mit CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer will die CSU-Landesgruppe über die generelle Neuausrichtung von CDU und CSU sprechen. (Foto: Lino Mirgeler / DPA)
Sabine Lennartz

 

Für CDU und CSU ist die Lage ernst. Sie sind, wenn man so will, die letzten großen Volksparteien, und sie wollen diese Stellung verteidigen. Wie man das nicht schafft, haben sie im letzten Jahr demonstriert, mit ständigem Streit, Eitelkeiten und Personalquerelen. Beide Parteien haben in den Abgrund geblickt. Bei der Klausur in Seeon wurde deshalb der Hebel für das neue Jahr umgelegt.

Die Ernsthaftigkeit ist bei allen Beteiligten zu spüren. Doch nach den heftigen Kämpfen des vergangenen Jahres ist der Wechsel zur totalen Harmonie nicht so ganz glaubwürdig.

Annegret Kramp- Karrenbauer und Alexander Dobrindt haben das gemerkt, und deshalb in der Abschlusspressekonferenz auch kleinere Differenzen angesprochen. Zum Beispiel, ob es eine Art Pflichtjahr geben soll, wie Teile der CDU es wollen, oder ob nicht lieber der Freiwilligendienst besser unterstützt werden soll, was die CSU bevorzugt. Kooperative Konkurrenz heißt das neue Zauberwort. Ob die neue Gemeinsamkeit hält, wird aber auch von Markus Söder und Horst Seehofer abhängen.

Die erste große Bewährungsprobe für die Union wird die Europawahl im Mai sein.

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