Cannabis, in der Politik ein umstrittenes Kraut - darum geht es bei der Debatte

Cannabis ist illegal.
Ist der Konsum von Cannabis bald nicht mehr strafbar? Die möglichen Ampel-Partner sind offenbar zu einem solchen Schritt entschlossen. Andere warnen. (Foto: Imago Images)
Redakteur

Die Ampel-Sondierer scheinen Pläne für eine Freigabe von Cannabis zu verfolgen. Andere warnen vor einem solchen Schritt. Der Unions-Gesundheitspolitiker Alexander Krauß wies am Mittwoch auf die Gefahr von Hirnschäden durch übermäßigen Drogenkonsum hin. „Die Folgekosten einer solchen verfehlten Drogenpolitik für das Gesundheitswesen und die Gesamtgesellschaft wären immens“, sagte er.

Wie wahrscheinlich ist es, dass die Ampel die Cannabis-Freigabe beschließt?

Sehr wahrscheinlich. FDP und Grüne sind sowieso dafür. Nun ist auch der SPD Gesundheitsexperte Karl Lauterbach, der bisher strikt gegen eine Freigabe war, umgeschwenkt. Allerdings mit einer Einschränkung: Er sei nicht für die völlige Freigabe des Handels, sondern für eine „kontrollierte Abgabe an Erwachsene“.

Als Grund für seinen Sinneswandel nannte er „das neue Phänomen“, dass Cannabis „immer öfter neuartiges Heroin beigemischt“ werde. „Damit werden Konsumenten schnell in eine Heroin-Abhängigkeit getrieben.“ Einen Beleg für seine Behauptung lieferte Lauterbach aber nicht.

Wer kritisiert solche Pläne?

Zum Beispiel die Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendpsychotherapie, Psychosomatik und Psychotherapie. Wer in jungen Jahren diese Drogen nehme, habe „fast doppelt so häufig Symptome einer Psychose wie solche, die darauf verzichten“, heißt es dort. Dies sei durch Studien belegt. Der Einfluss reiche bis ins Erwachsenenalter. Werde Cannabis über einen längeren Zeitraum eingenommen, steige das Risiko, als Erwachsener schizophren zu werden.

Wie ist die Rechtslage?

In Deutschland ist auch der Besitz kleinster Mengen illegaler Drogen strafbar. Die Staatsanwaltschaft kann aber Ermittlungen einstellen, wenn es sich um eine geringe Menge handelt. Bei der Frage, was eine geringe Menge ist, sind die Bundesländer uneins. In vielen Ländern sind sechs Gramm die Obergrenze.

Alkohol ist ebenfalls schädlich. Sollten Schnaps und Marihuana künftig gleich behandelt werden?

So argumentieren zum Beispiel die Jungen Liberalen. Das Verbot von Cannabis habe im Vergleich zu Alkohol rein historische und kulturelle Gründe. Deshalb solle sich „der Staat um wichtigere Dinge als um die Verfolgung harmloser Kiffer kümmern“, sagte der Bundesvorsitzende des FDP-Jugendverbands, Jens Teutrine, dieser Zeitung. Der richtige Weg sei der Verkauf von Cannabis an Volljährige in lizenzierten Fachgeschäften.

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