Chronologie des Wahl-Krimis: Scholz und Laschet wollen Kanzler werden, Grüne enttäuscht, Linke geschockt

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Deutsche Presse-Agentur

Deutschland hat gewählt: In unserem Newsblog haben wir die wichtigsten Entwicklungen und Ereignisse des Wahlsonntags zusammengetragen.

Das Wichtigste im Überblick:

  • 21.20 Uhr - Hochrechnungen: SPD ganz knapp vor der Union
  • 21.08 Uhr - Union will trotz historisch schlechtem Ergebnis regieren
  • 19.22 Uhr - Scholz sieht in Hochrechnungen Auftrag zu SPD geführter Regierung
  • 23.12 Uhr - Linke schafft es wegen Sonderregel wohl in den Bundestag
  • 21.36 Uhr - Erstes Grünen-Direktmandat in BaWü geht nach Heidelberg
  • 19.34 Uhr - Grüne halten alle Optionen offen bei Koalitionsbildung
  • 19.14 Uhr - Baerbock lobt und gibt eigene Fehler zu
  • 19.54 Uhr - CSU holt in Bayern schlechtestes Ergebnis seit über 70 Jahren
  • 18.49 Uhr - FDP meldet Führungsansprüche an

Das war's mit dem Live-Blog von Schwäbische.de zur Bundestagswahl 2021. Weitere Reaktionen, Analysen und Entwicklungen am Tag nach der Bundestagswahl gibt es morgen wieder auf Schwäbische.de.

++ 23.35 Uhr - Özdemir und Habeck holen grüne Direktmandate

 Cem Özdemir und auch Robert Habeck gewinnen in ihren Wahlkreisen und sichern sich ein Direktmandat für den Bundestag.

Özdemir holt als erster Grünen-Politiker ein Direktmandat in Stuttgart. Drei Mal hatte er es schon gegen den CDU-Politiker Stefan Kaufmann versucht – und drei Mal verloren. Nun hat es geklappt: Özdemir, einst Partei-Chef, kam auf 40 Prozent der Stimmen, Kaufmann auf 23,4 Prozent.

Und auch Robert Habeck zieht direkt in den Bundestag. Noch ist der Wahlkreis Flensburg-Schleswig zwar noch nicht komplett ausgezählt, aber der grüne Co-Parteichef liegt mit fast 28 Prozent uneinholbar vor der CDU-Konkurrentin Petra Nicolaisen, die bei knapp 24 Prozent steht.

++ 23.28 Uhr - Bundeswahlleiter fordert Bericht zu Berliner Wahlpannen an

Der Bundeswahlleiter hat einen "detaillierten Bericht" von der Landeswahlleitung zu den Pannen in Berlin angefordert. Durch fehlende Stimmzettel, erheblichen Andrang und die vier parallelen Wahlvorgänge sei es vor einigen Wahllokalen zu langen Schlangen gekommen, teilte ein Pressesprecher am Abend mit.

An einigen Wahllokalen gaben Berlinerinnen und Berliner bis 20 Uhr ihre Stimmen ab - vorausgesetzt, sie hatten sich bis 18 Uhr in die Schlangen vor den Wahllokalen eingereiht. Diese Regelung sieht die Bundeswahlordnung vor. Teilweise konnten die Wählerinnen und Wähler daher auf ihren Handys die ersten Prognosen verfolgen, während sie noch darauf warteten, ihr Kreuz abzugeben.

Wahl zum Abgeordnetenhaus - Stimmabgabe
26.09.2021, Berlin: Lange Schlangen bilden sich vor den Wahllokalen in der Jane-Addams-Schule in Friedrichshain. (Foto: Bernd Von Jutrczenka)

Die Berliner Landeswahlleiterin Petra Michaelis erwartet dadurch keine Verzerrung der Wahlergebnisse. "Ich gehe davon aus, dass die Leute, die sich in der Schlange angestellt hatten, noch unbeeinflusst ihre Stimmen abgeben konnten und dass sich daraus keine Wahlfehler ergeben", sagte sie am Abend im RBB.

++ 23.12 Uhr - Linke schafft es wegen Sonderregel wohl in den Bundestag

Eine Besonderheit des deutschen Wahlrechts verhilft der Linken wohl trotz ihres schlechten Ergebnisses in den Bundestag: die Grundmandatsklausel.

Diese Klausel besagt, dass eine Partei, die mindestens drei Direktmandate holt, auch in den Bundestag einzieht. Auch dann, wenn die Zweitstimmen nicht für die 5 Prozent-Hürde reichen. Im Falle der drei Direktmandate werden diese Stimmen aber dennoch gezählt. Der Anteil der Zweitstimmen am Endergebnis legt dann die Zahl der weiteren Abgeordneten der Partei im Parlament fest.

Drei Direktmandate dürfte die Linke nach Auszählung der meisten Stimmen bekommen: Gregor Gysi und Gesine Lötzsch in Berlin – und Sören Hellmann in Leipzig.

Die Pläne, auch an einer künftigen Regierung beteiligt zu sein, muss die Linke indes aufgeben. Für das einzig denkbare Bündnis – eine Koalition mit SPD und Grünen – reicht es nicht. Nach aktuellen Hochrechnungen kommt die Partei auf 5 Prozent.

++ 22.27 Uhr - Rückkehr in Bundestag: Friedrich Merz gewinnt Direktmandat

Der ehemalige Unionsfraktionschef Friedrich Merz hat im Hochsauerlandkreis (Nordrhein-Westfalen) das Direktmandat gewonnen. Nach Auszählung von 318 von 319 Stimmbezirken lag Merz am Sonntag bei der Bundestagswahl mit 40,4 Prozent weit vor dem SPD-Kandidaten Dirk Wiese (32,2 Prozent). Das geht aus Angaben des Hochsauerlandkreises hervor.

Merz, gebürtig aus Brilon im Sauerland, hatte sich nach vier Wahlperioden (1994 bis 2009) zunächst nicht mehr für ein Direktmandat beworben. Nun kehrt der Wirtschafts- und Finanzexperte nach längerer Pause in den Bundestag zurück. Er hatte 2018 und 2021 auch den CDU-Bundesparteivorsitz angestrebt, war aber gescheitert.

++ 22.10 Uhr - Scholz gewinnt Wahlkreis in Potsdam gegen Baerbock

Auch auf Wahlkreisebene hat Olaf Scholz gegen Annalena Baerbock gewonnen. Die beiden waren im gleichen Wahlkreis in Potsdam angetreten – und der hat einen klaren Sieger. Scholz liegt nach der Auszählung von mehr als 90 Prozent der Stimmen mit 34 Prozent vorn. Baerbock kommt auf 19 Prozent, vor ihr liegt auch noch die CDU-Kandidatin Saskia Ludwig.

Scholz war bisher immer in Hamburg angetreten, wo er viele Jahre Erster Bürgermeister war. Inzwischen hat der SPD-Politiker seinnen Wohnsitz aber in die Hauptstadt von Brandenburg verlegt. Dort ist seine Frau Britta Ernst Bildungsministerin.

22.03 Uhr - Union verliert 1,4 Millionen Wählerstimmen an die SPD

Das Kopf-an-Kopf-Rennen um die Kanzlerschaft war nur möglich durch die starken Verluste von CDU und CSU. Die Union hat dabei laut Infratest dimap im Vergleich zu 2017 in dieser Verteilung Stimmen verloren:

  • rund 1,4 Millionen Stimmen an die SPD
  • rund 900.000 an die Grünen
  • rund 340.000 an die FDP

Die Zuwächse von anderen Parteien dagegen hielten sich in Grenzen: 60 000 von der AfD und 40 000 von den Linken. Auffällig ist, dass die SPD eine bisherige Unions-Festung schleifen konnte – nämlich die Dominanz bei den über 60-Jährigen.

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++ 21.52 Uhr - Scholz will bis Weihnachten neue Regierung bilden

SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz strebt den Abschluss möglicher Koalitionsgespräche bis Jahresende an. Sein Ehrgeiz sei, dass Angela Merkel nicht noch eine Neujahrsansprache als Bundeskanzlerin halten müsse, sagte Scholz am Sonntagabend in der "Berliner Runde" von ARD und ZDF.

"Ich finde, ein genaues Datum zu nennen, wäre absurd, aber es muss schon so sein, dass ich, dass wir alles dafür tun, dass wir vor Weihnachten fertig sind, ein bisschen vorher wär auch noch gut", sagte Scholz. "Und das geht auch, wenn man konstruktiv miteinander spricht." Es gehe ja auch darum, politische Führung zu zeigen.

Der CDU-Vorsitzende Armin Laschet plädierte ebenfalls für eine Regierungsbildung "auf jeden Fall vor Weihnachten". Er wies darauf hin, dass Deutschland im kommenden Jahr den Vorsitz im Kreis der G7-Staaten haben werde. Daher müsse die neue Regierung "sehr zeitnah ins Amt kommen".

Unionskanzlerkandidat Armin Laschet will trotz des schwachen Abschneidens bei der Bundestagswahl versuchen, eine unionsgeführte Regierung zu bilden

Wie Scholz hat auch Laschet erklärt, Kanzler werden und eine Regierung bilden zu wollen. Es zeichnet sich eine komplizierte Regierungsbildung ab. Einzig denkbares Zweierbündnis wäre eine neue große Koalition, die aber weder SPD noch Union wollen. Deshalb dürfte es voraussichtlich zum ersten Mal seit den 50er Jahren ein Dreierbündnis im Bund geben.

SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz versteht das Ergebnis der Bundestagswahl als Auftrag zur Bildung der nächsten Bundesregierung. Viele Wählerinnen und Wähler hätten deutlich gemacht, dass sie einen "Wechsel in der Regierung" wollten.

Auch FDP-Spitzenkandidat Christian Lindner setzt bei der Regierungsbildung auf Tempo: "Wir sollten schnell zu einer Regierungsbildung kommen", sagte der FDP-Chef. Bei Sondierungen solle nicht im Detail gearbeitet werden, sondern alle wichtigen Punkte sollten direkt auf den Tisch um zu schauen, wo man zusammenkomme und was welcher Seite wichtig sei. Den Grünen biete er an, dass FDP und Grüne als Parteien mit den größten inhaltlichen Unterschieden zuerst miteinander sprächen und schauten, wo es gemeinsamen Grund geben könne.

++ 21.36 Uhr - Erstes Grünen-Direktmandat in BaWü geht nach Heidelberg

Das erste Grünen-Direktmandat in Baden-Württemberg geht nach Heidelberg. Bei der Bundestagswahl am Sonntag errang nach Angaben der Stadt die Grünen-Spitzenkandidatin Franziska Brantner nach Auszählung aller Stimmen 30,17 Prozent.

Seit 1957 wurden bislang Direktmandate in Baden-Württemberg ausschließlich von Kandidaten von CDU und SPD erobert.

++ 21.28 Uhr - Bareiß räumt im Wahlkreis Zollernalb – Sigmaringen ab

Der CDU-Abgeordnete Thomas Bareiß erreicht auch in allen Städten des Wahlkreises die höchste Stimmenanzahl. Am knappsten ging es in Balingen aus: Dort erreichte Bareiß 24,84 Prozent der Erststimmen, Robin Mearosch (SPD) 20,88 Prozent und Johannes Kretschmann (Grüne) 20,42 Prozent.

"Ich bin sehr erleichtert und freue mich riesig, dass die Prognose bereits nach den ersten vorläufigen Ergebnissen für die CDU spricht", sagte Bareiß.

++ 21.20 Uhr - Hochrechnungen: SPD ganz knapp vor der Union

Bei der Bundestagswahl liefern sich CDU/CSU und SPD das erwartete Kopf-an-Kopf-Rennen - mit leichtem Vorteil für die Sozialdemokraten. Nach Hochrechnungen von ARD und ZDF gegen 21.15 Uhr folgen dahinter die Grünen, danach FDP und AfD. Der Linken droht ein Scheitern an der Fünf-Prozent-Hürde.

Nach den Hochrechnungen verbessert sich die SPD auf 25,7 bis 26,0 Prozent (2017: 20,5 Prozent). Die CDU/CSU fällt auf 24,5 Prozent (32,9). Die Grünen fahren 13,9 bis 14,3 Prozent ein (8,9). Die FDP verbessert sich auf 11,5 bis 11,7 Prozent (10,7). Die AfD, bisher drittstärkste Kraft, kommt auf 10,5 (12,6). Die Linke rutscht auf 5,0 Prozent ab (9,2). Der Südschleswigsche Wählerverband (SSW), als Partei nationaler Minderheiten von der Fünf-Prozent-Hürde befreit, kann laut ARD-Prognose einen Abgeordneten in den Bundestag schicken.

Bundestag
Die Mehrheitsverhältnisse im Bundestag ändern sich damit deutlich. (Foto: Michael Kappeler / dpa)

Die Mehrheitsverhältnisse im Bundestag ändern sich damit deutlich, die konkrete Sitzverteilung hängt unter anderem davon ab, ob es die Linke ins Parlament schafft. Die Sitzverteilung sieht nach den Hochrechnungen so aus: CDU/CSU 197 bis 198 (2017: 246), SPD 204 bis 210 (153), Grüne 112 bis 114 (67), FDP 91 bis 95 (80), AfD 83 bis 85 (94), Linke 40 (69).

Damit zeichnet sich eine komplizierte Regierungsbildung ab. Einzig denkbares Zweierbündnis wäre eine neue große Koalition, die aber weder SPD noch Union wollen. Deshalb dürfte es voraussichtlich zum ersten Mal seit den 50er Jahren ein Dreierbündnis im Bund geben. Rechnerisch sind mehrere Konstellationen möglich

++ 21.16 Uhr -Zwischenstand: Maaßen liegt deutlich hinter SPD-Kandidat

Ex-Bundesverfassungsschutzchef Hans-Georg Maaßen (CDU) liegt bei der Bundestagswahl nach Auszählung fast aller Wahlbezirke im Südthüringer Wahlkreis 196 deutlich hinter dem SPD-Kandidaten und Biathlon-Olympiasieger Frank Ullrich.

Ullrich kam nach Auszählung von 406 von insgesamt 418 Wahlbezirken auf 33,6 Prozent der Stimmen. Maaßen lieferte sich zu diesem Zeitpunkt ein Kopf-an-Kopf-Rennen um Platz zwei mit dem Kandidaten der AfD, Jürgen Treutler: Maaßen lag bei diesem Auszählungsstand bei 22,3 Prozent, Treutler bei 21,4 Prozent.

++ 21.08 Uhr - Union will trotz historisch schlechtem Ergebnis regieren

Die Union beansprucht trotz ihrer bitteren Wahlniederlage die Führung der nächsten Bundesregierung für sich. Parteichef und Spitzenkandidat Armin Laschet kann sich vorerst an der Spitze der Partei halten.

Eine "Zukunftskoalition" also. So lautet der Begriff des Abends bei der CDU, ein Wort, das wie eine Verheißung klingen soll, aber in Wahrheit auch ein Rettungsring ist. Generalsekretär Paul Ziemiak wirft ihn als Erster aus, kaum dass die ersten Prognosen über die Bildschirme gelaufen sind. Von "Aufholjagd" spricht er und von eben jener "Zukunftskoalition" aus Union, Grünen und FDP.

Das Land steht vor vielen Optionen: Scholz und Laschet sind gefordert. (Foto: Hannibal Hanschke / AFP)

Eher pflichtschuldig kommt er danach kurz auf die "bitteren Verluste" für CDU und CSU zu sprechen. Dabei ist der schwarze Balken förmlich nach unten gerauscht, das schlechteste Ergebnis in der bundesdeutschen Geschichte.

Laschet aber will nun liefern: Er meldet – Verluste hin oder her – seinen Anspruch auf das Kanzleramt an. "Zu dieser Aufgabe bin ich bereit", schließt Laschet

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++ 20.53 Uhr - Lindner regt Vorab-Klärungen zwischen FDP und Grünen an

FDP-Chef Christian Lindner hat mit Blick auf eine mögliche neue Regierungskonstellation Vorab-Klärungen seiner Partei mit den Grünen angeregt. Es könnte ratsam sein, dass die Parteien, die gegen den Status quo der großen Koalition Wahlkampf gemacht hätten, zuerst miteinander sprächen, um all das, was danach komme, zu strukturieren, sagte Lindner am Sonntagabend in der "Berliner Runde" von ARD und ZDF.

Grünen-Chefin Annalena Baerbock sagte auf eine Frage dazu, es sei mehr als sinnvoll, dass unterschiedliche Parteien in unterschiedlichen Kombinationen miteinander sprächen. Die Logik "Da ist einer, der alle anderen anruft" tue dem nötigen Aufbruch nicht gut.

Lindner betonte, die FDP sei sehr eigenständig in den Wahlkampf gegangen und gehe nun ebenso heraus. Als wichtige inhaltliche Punkte hob er unter anderem "eine Politik der Mitte", den Wert der Freiheit und Technologieoffenheit hervor.

++ 20. 47 Uhr - Söder: Abschneiden von Rot-Grün-Rot auch Misstrauensvotum für Scholz

CSU-Chef Markus Söder sieht in den vorläufigen Ergebnissen der Bundestagswahl ein Misstrauensvotum gegen den SPD-Spitzenkandidaten Olaf Scholz. Eine mögliche Koalition aus SPD, Linken und Grünen habe "eine Klatsche" bekommen, sagte Söder am Sonntagabend in der "Berliner Runde" von ARD und ZDF. "Die Deutschen möchten nicht Rot-Rot-Grün." Dies sei indirekt auch ein Misstrauen gegen Scholz, weil er diese Idee favorisiert habe.

Es brauche kein Bündnis des Gestern, sondern eine Idee, wie Deutschland stabil bleibe und man es erneuern könne. "Ich glaube, dass wir diesen Anspruch gut mit Armin Laschet dokumentieren können, vielleicht mit der FDP und mit den Grünen zusammen, weil ich glaube, da ist der größte Wunsch nach Veränderung da."

Auf die Frage, ob die Union mit ihm als Kanzlerkandidaten besser abgeschnitten hätte, sagte Söder: "Das ist wirklich Schnee von gestern." Die Union habe einen tollen Schlussspurt hingelegt. "Ich habe großen Respekt vor Armin Laschet." Ihm sei viel Unrecht getan worden im Wahlkampf.

++ 20.39 Uhr - Linke stürzen bei Bundestagswahl ab

Die Enttäuschung bei den Linken über das schwache Abschneiden bei der Bundestagswahl ist riesengroß. Von der Bildung einer Linkskoalition war am Wahlabend nicht mehr die Rede.

Lange war am Wahlabend nicht klar, ob die Partei nach 9,2 Prozent vor vier Jahren es diesmal überhaupt über die Fünf-Prozent-Hürde schaffen würde. Entsprechend gedrückt war die Stimmung bei der Wahlparty im Festsaal Kreuzberg in Berlin.

Als "Schlag in die Magengrube" bezeichnete die Co-Parteivorsitzende Susanne Hennig-Wellsow die Zahlen aus den Hochrechnungen. "Das ist in jeder Hinsicht beschissen. Das ist ein katastrophales Ergebnis", sagte Jan Korte, parlamentarischer Geschäftsführer der Linken im Bundestag.

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++ 20.26 Uhr - Wirtschaftsverbände warnen vor Hängepartie bei Regierungsbildung

Wirtschaftsverbände haben angesichts des engen Ausgangs bei der Bundestagswahl vor einer langen Regierungsbildung gewarnt. "Es darf jetzt keine monatelange Hängepartie geben", sagte die Chefin des Bundesverbandes der Energie- und Wasserwirtschaft, Kerstin Andreae, am Sonntag in Berlin. "Wir brauchen schnellstmöglich eine Koalition für Klimaschutz und Energiewende. Egal welche Koalition es am Ende sein wird: Jede neue Regierung muss schnell ins Handeln kommen." Dies sei angesichts der Ziele und Vorgaben aus dem deutschen Klimaschutzgesetz unerlässlich.

Achim Berg, Präsident des Digitalverbandes Bitkom, erklärte: "Nach der Bundestagswahl vor vier Jahren haben wir eine beispiellose Hängepartie erlebt, die sich nicht wiederholen darf. Die taktischen Spiele von damals haben wertvolle Zeit gekostet, doch die Digitalisierung duldet keinen Aufschub."

Handwerkspräsident Hans Peter Wollseifer sagte, das einzig klare Ergebnis der Bundestagswahl am Wahlabend sei, dass es viele Koalitionsmöglichkeiten gebe. "Das lässt leider befürchten, dass es Wochen dauern kann, bis Koalitionsverhandlungen zu einem Ergebnis führen." Genau das aber müsse vermieden werden, solle eine Erholung der Wirtschaft nicht abgebremst werden. "Eine Hängepartie und eine ähnlich lange Verhandlungsphase wie 2017 ist in diesen ungewissen Zeiten das Letzte, was unsere Betriebe und Unternehmen gebrauchen können."

Für den Bundesverband mittelständische Wirtschaft sagte Bundesgeschäftsführer Markus Jerger, die Unternehmen bräuchten jetzt klare Perspektiven für ihre Investitionsentscheidungen. "Wir erwarten daher von den politisch Verantwortlichen, dass sie schnellstmöglich eine handlungsfähige neue Bundesregierung bilden. Der Wirtschaftsstandort Deutschland verträgt angesichts schlechter Wirtschaftsdaten nicht noch einmal Koalitionsverhandlungen im Bummelzugtempo."

Der Präsident des Verbands Familienunternehmer, Reinhold von Eben-Worlée, betonte, es komme nun auf die Grünen und FDP an. "Rot-Rot-Grün wäre ein Worst-Case-Szenario für die Zukunft des Industriestandortes Deutschland gewesen." Die nächste Bundesregierung müsse lernen, beim Thema Nachhaltigkeit die Wirtschaft als Partner zu begreifen, nicht als Gegner.

Auch der Präsident des Außenhandelsverbandes BGA, Anton Börner, erklärte, die Wählerinnen und Wähler hätten sich klar gegen ein Links-Bündnis entschieden. "Jetzt müssen die Gewählten einen Kompromiss finden und ein Bündnis schmieden, das die überfälligen Weichenstellungen entschlossen angeht." Es gehe um Bekämpfung des Klimawandels mit "Tempo und Augenmaß" sowie Rückenwind für eine Modernisierung des Wirtschaftsstandortes.

++ 20.13 Uhr - Kretschmann: Grüne sollten sich nicht auf eine Koalition vorfestlegen

Die Grünen sollten nach Ansicht des baden-württembergischen Ministerpräsidenten Winfried Kretschmann offen in Koalitionsgespräche sowohl mit der SPD als auch mit der Union gehen. "Das ist immer eine Dynamik in den Verhandlungen", sagte Deutschlands einziger grüner Ministerpräsident am Sonntagabend im SWR-Fernsehen. "Man muss sehr offen sein für solche Entscheidungen und sich nicht vorfestlegen. Das ist, glaube ich, wichtig."

Kretschmann betonte: "Wir wollen in die Regierung eintreten, aber die Messlatte ist ein ganz stringenter, ambitionierter und schneller Kampf gegen die Erderhitzung." Die Entscheidung, mit wem man koaliere, müsse davon abhängen, was die stabilste Regierung sein werde. Außerdem: "Was ist die Regierung, die das, was man sich vornimmt, auch umgesetzt bekommt im Laufe einer Legislaturperiode?"

Mit dem Ergebnis der Bundestagswahl könnten die Grünen nicht zufrieden sein, sagte Kretschmann: "Wir wollten ja das Bundeskanzleramt erobern. Davon sind wir doch weit weggeblieben. Aber wir sind so stark, dass an uns, glaube ich, niemand vorbeikommt."

Nach der ersten Hochrechnung von Infratest dimap für den SWR vom Sonntagabend können sich die Grünen, die in Baden-Württemberg mit der CDU regieren, im Südwesten um 3,5 Punkte steigern und erreichen 17,0 Prozent (2017: 13,5 Prozent). Das ist zwar ihr bester Wert bei einer Bundestagswahl, aber weit unter den ursprünglichen Erwartungen.

Bundestagswahl - Stimmabgabe Kretschmann (Bündnis 90/ Die Grünen)
Laiz bei Sigmaringen: Winfried Kretschmann  geht nach dem Kirchgang zur Wahlurne. (Foto: Felix Kästle)

++ 20.05 Uhr - CDU-Bundesvize Strobl für Jamaika-Koalition

Nach der Bundestagswahl sollten CDU und CSU nach Einschätzung des CDU-Bundesvizes Thomas Strobl ein sogenanntes Jamaika-Bündnis mit Grünen und FDP anstreben.

"Vor Deutschland liegt jetzt voraussichtlich eine langwierige und schwierige Regierungsbildung", sagte der baden-württembergische Innenminister am Sonntagabend im SWR-Fernsehen. Das Land benötige nun "eine Zukunftskoalition". Diese müsse unter anderem Ökonomie und Ökologie miteinander versöhnen und Innovationen voranbringen – "und das können Union, Grüne und FDP gemeinsam schaffen", sagte Strobl.

Zuvor hatte auch bereits der baden-württembergische CDU-Fraktionschef Manuel Hagel für eine Jamaika-Koalition geworben.

++ 19.54 Uhr - Hochrechnung Bayern: CSU holt schlechtestes Ergebnis seit über 70 Jahren

Die CSU hat bei der Bundestagswahl in Bayern laut neuer Hochrechnung das schlechteste Ergebnis seit über 70 Jahren eingefahren. Nach den Zahlen von Infratest dimap im Bayerischen Rundfunk erreichen die Christsozialen unter Parteichef Markus Söder 32,5 Prozent, im Vergleich zu 2017 wäre das ein Verlust von 6,3 Prozentpunkten.

Die SPD kommt laut der Hochrechnung von 19.34 Uhr mit 17 Prozent auf Platz zwei, ein Plus von 1,7 Prozent. Die Grünen erzielen demnach mit 13,7 Prozent knapp vier Prozentpunkte mehr als 2017, das wäre das bislang beste Ergebnis in Bayern.

Die FDP gewinnt mit 10,7 Prozent leicht hinzu, die AfD verliert laut Hochrechnung 1,9 Prozentpunkte und kommt auf 10,5 Prozent. Die Freien Wähler können demnach in Bayern mit 6,3 Prozent rechnen, die Linke bleibt mit 2,7 Prozent weit unter der Fünf-Prozent-Hürde.

Markus Söder
Hochrechnung Bayern: CSU holt schlechtestes Ergebnis seit über 70 Jahren. (Foto: Fabian Sommer / DPA)

++ 19.42 Uhr - Kommentar: Das Land steht vor vielen Optionen

Dass Laschet aus dem miserablen Ergebnis der Union den Anspruch auf den Regierungschef ableitet, ist kühn, aber Teil der Spielregeln, kommentiert Hendrik Groth die Ereignisse der Bundestagswahl. 

Scholz hingegen hat mit seiner Kandidatur die Sozialdemokraten wieder stark gemacht. Er ist der Wahlgewinner. Er spricht bereits in der dritten Person vom Bundeskanzler Olaf Scholz.

Wohin also wird das Land steuern`- Laschet und Scholz sind nun am Drücker. Zum Kommentar.

++ 19.34 Uhr - Grüne halten alle Optionen offen bei Koalitionsbildung

Der Co-Vorsitzende der Grünen, Robert Habeck, hält seiner Partei alle Optionen bei möglichen Koalitionsverhandlungen offen. Die Grünen hätten "gute Chancen, stark in die nächste Regierung zu gehen", sagte Habeck am Sonntagabend im ZDF. Er betonte: "Wir wollen regieren."

Beim Wahlkampf habe es "ganz schönes Gewürge" gegeben. "Die nächste Regierung muss aus der Situation was machen." Er fügte in der ARD mit Blick auf das knappe Rennen zwischen SPD und Union am Abend hinzu: "Das Ergebnis favorisiert kein klares Bündnis." Die Verhandlungen würden die Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock und er als Vorsitzenden-Duo gemeinsam führen.

Für die Grünen entschieden sich Hochrechnungen von ARD und ZDF zufolge 14,6 bis 14,7 Prozent der Wählerinnen und Wähler.

++ 19.22 Uhr - Scholz sieht in Hochrechnungen Auftrag zu SPD geführter Regierung

SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz leitet aus den Hochrechnung vom Wahlabend einen klaren Regierungsauftrag ab: "Dass wir jetzt die ersten Hochrechnungen haben, die zeigen, die SPD kriegt viel Unterstützung von den Bürgerinnen und Bürgern, das ist ein Auftrag, dafür zu sorgen, dass all das, was in dieser Wahl besprochen wurde und was wir vorgeschlagen haben, auch umgesetzt wird, und wir uns politisch dafür stark machen."

Kurz zuvor hatte auch Unions-Kanzlerkandidat Armin Laschet ungeachtet der deutlichen Verluste von rund acht Prozent Führungsabsprüche angemeldet. "Wir werden wir alles daran setzen, eine Bundesregierung unter Führung der Union zu bilden", sagte er am Abend. Jede Stimme für die Union sei eine Stimme gegen eine linksgeführte Regierung gewesen. Das Abschneiden seiner Partei kommentierte er mit den Worten: "Mit dem Ergebnis können wir nicht zufrieden sein."

In den ersten Hochrechnungen liegt die Union hinter der SPD - wenn auch nur denkbar knapp. Der Ausgang sei völlig unklar, sagte Laschet. "Es wird ein langer Abend."

Ähnlich sieht es die CSU. Auch die CSU. "Es ist überhaupt nicht klar, wer wo wann in Führung ist", sagte CSU-Parteichef Markus Söder. Die SPD habe sich schon sehr früh gefreut, sagte er im Gespräch mit der ARD. Aber es müssten noch immer Briefwahlstimmen ausgezählt werden.

++ 19.17 Uhr - Johannes Kretschmann irritiert mit Glatzen-Ansage 

Sollten sich die aktuellen Hochrechnungen für die Grünen bestätigen, könnte Johannes Kretschmann den Einzug ins Parlament über die Landesliste knapp verpassen. Die Wartezeit auf aktuelle Zahlen nutzt Kretschmann für eine klare Ansage. Sollte er das Direktmandat im Wahlkreis holen, wolle er sich noch am Abend hier auf der Party eine Glatze rasieren. 

++ 19.14 Uhr - Baerbock lobt und gibt eigene Fehler zu

rünen-Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock hat das mutmaßliche Abschneiden ihrer Partei als das "historische beste Ergebnis" gelobt. Nach Hochrechnungen vom frühen Sonntagabend können die Grünen mit fast 15 Prozent der Stimmen rechnen. Das bislang beste Ergebnis bei einer Bundestagswahl erreichte die Ökopartei 2009 mit 10,7 Prozent.

"Wir sind erstmals angetreten, um als führende Kraft dieses Land zu gestalten", sagte Baerbock bei der Wahlparty ihrer Partei in Berlin. "Wir wollten mehr", räumte sie ein. Das habe nicht geklappt, auch aufgrund eigener Fehler - ihrer Fehler, wie sie präzisierte.

"Dieses Land braucht eine Klimaregierung", betonte Baerbock, die mit "Annalena"-Sprechchören empfangen wurde. "Dafür kämpfen wir jetzt weiter mit euch allen." Co-Chef Robert Habeck umarmte Baerbock auf der Bühne und nannte sie "eine Kämpferin, ein Löwenherz".

++ 19.11 Uhr - Laschet will unionsgeführte Regierung bilden, Scholz kontert

Unionskanzlerkandidat Armin Laschet will trotz des schwachen Abschneidens bei der Bundestagswahl mit rund 8 Prozentpunkten Verlust versuchen, eine unionsgeführte Regierung zu bilden.

"Eine Stimme für die Union ist eine Stimme gegen eine linksgeführte Bundesregierung. Und deshalb werden wir alles daran setzen, eine Bundesregierung unter Führung der Union zu bilden", sagte Laschet am Sonntagabend in Berlin. "Deutschland braucht jetzt eine Zukunftskoalition, die unser Land modernisiert." In einer solchen Koalition müsse sich jeder Partner wiederfinden mit seinen Schwerpunkten.

Zugleich sagte Laschet: "Mit dem Ergebnis können wir nicht zufrieden sein." Der Ausgang sei jedoch völlig unklar. "Es wird ein langer Abend."

SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz hat sich hocherfreut über das Abschneiden seiner Partei bei der Bundestagswahl geäußert. "Natürlich freue ich mich über das Wahlergebnis", sagte Scholz am Sonntagabend in Berlin. "Das ist ein großer Erfolg." Viele Wählerinnen und Wähler hätten deutlich gemacht, dass sie einen "Wechsel in der Regierung" wollten und dass der nächste Kanzler Olaf Scholz heißen solle.

++ 19.02 Uhr - Linke geschockt: Einzug in Bundestag auf der Kippe

Für die Linke könnte es am Ende knapp werden. In den ersten Prognosen von ARD und ZDF lag die Partei bei 5 Prozent. "Das ist ein schwerer Schlag für uns", sagte die Parteivorsitzende Susanne Hennig-Wellsow. "Wir haben durchaus schwer verloren. Wir haben viele Fehler gemacht." Diese seien nicht erst im Wahlkampf passiert, sondern schon in den vergangenen Jahren. Hennig-Wellsow beteuerte dennoch erneut die Bereitschaft ihrer Partei zu einer möglichen Mitte-Links-Koalition mit SPD und Grünen.

Auch Gökay Akbulut, Linken-Spitzenkandidatin in Baden-Württemberg, konnte ihre Enttäuschung im SWR nicht kaschieren: "Die Prognosen sind sehr enttäuschend für uns, wir haben deutlich verloren und müssen nun über Gründe diskutieren."

++ 18.55 Uhr - Enttäuschung bei den Grünen

Der Grünen-Fraktionschef im Bundestag, Anton Hofreiter, ist mit dem Abschneiden seiner Partei in den Prognosen zur Bundestagswahl unzufrieden. "Wir hätten uns mehr erhofft", sagte er im Bayerischen Fernsehen. Jetzt gehe es darum, das Beste aus dem Ergebnis zu machen.

Positiver klang die Grünen-Fraktionsvorsitzende Katrin Göring-Eckardt. "Das war eine Generationenwahl", darüber sei sie froh. Auch wenn wir uns noch mehr erhofft hätten", sagte sie in der ARD. Die Grünen kamen mit Annalena Baerbock als Kanzlerkandidatin in den Prognosen auf 14,5 bis 15 Prozent. Vor vier Jahren lagen die Grünen noch bei 8,9 Prozent.

Man werde nun alles daran setzen, "in Verhandlungen, in die wir dann hoffentlich gehen, dafür zu sorgen, dass wir Klimaschutz und Gerechtigkeit in diesem Land mit einem echten Aufbruch verbinden", sagte Göring-Eckardt.

Michael Theurer ist stellvertretender Vorsitzender der FDP-Bundestagsfraktion und Landesvorsitzender der FDP Baden-Württemberg.

++ 18.49 Uhr - FDP meldet Führungsansprüche an

Die FDP hat den Anspruch formuliert, Teil der neuen Bundesregierung zu sein. "Die FDP will mitregieren", sagte der stellvertretende Parteivorsitzende Wolfgang Kubicki am Sonntagabend im ARD-Wahlstudio.

Die ersten Zahlen sieht die Partei als Absage an ein linkes Bündnis aus SPD, Grünen und Linke. "Rot-Grün-Rot wird wahrscheinlich nicht funktionieren", sagte Kubicki. Die FDP erreicht in den Prognosen von ARD und ZDF 11 bis 12 Prozent.

FDP-Landeschef in Baden-Württemberg, Michael Theurer, freute sich auf Twitter über die ersten Prognosen.  Zu den aktuellen Hochrechnungen (18.45 Uhr) erklärt Theurer: "Die Freien Demokraten sind erstmals bei zwei Wahlen in Folge zweistellig. Dies ist ein historischer Erfolg. In Baden-Württemberg haben wir unseren Status als Stammland der Liberalen eindrucksvoll unterstrichen."

"Wir sind bereit, Regierungsverantwortung zu übernehmen und Deutschland mit liberaler Politik nach vorne zu bringen. Die wirtschaftliche Aufholjagd nach der Corona-Krise durch den Dreiklang 'Entlasten, entfesseln, investieren' sowie wirksamen Klimaschutz durch Innovation und den Einsatz für echte Technologieoffenheit gibt es nur mit der FDP. Eine Rot-grün-rote Koalition wäre hingegen eine Katastrophe für den Wirtschaftsstandort Deutschland und eine schwere Bürde für die guten Beziehungen zu unseren internationalen Partnern, die Grundvoraussetzung für unsere Sicherheit und unseren Wohlstand in den vergangenen Jahrzehnten waren. Olaf Scholz muss eine Koalition mit der Linkspartei noch heute Abend ausschließen."

Baden-Württembergs FDP-Fraktionschef Ulrich Rülke sagte im SWR: "Die FDP hat im März dieses Jahres im Land und 2017 im Bund bewiesen, dass es uns nicht um Posten geht, sondern um Inhalte. Es geht nun also nicht darum, dass die FDP unbedingt regieren muss. Wir stellen fest, dass wir natürlich mit der CDU mehr Übereinstimmungen zu haben. Deshalb wäre Jamaika für uns die erste Option."

"Dass es uns in Baden-Württemberg wieder gelungen ist, ein überdurchschnittliches Ergebnis für die FDP zu erringen, ist sehr erfreulich", so Rülke weiter. "Dies ist sicherlich dem guten Wahlkampf und der engagierten und markanten Oppositionsarbeit auch auf Landesebene zu verdanken. Wir haben in den vergangenen Jahren bei Koalitionsverhandlungen gezeigt, dass es uns um Inhalte geht und nicht ums Regieren um jeden Preis. Zuletzt wurde das nach der Landtagswahl im März in Baden-Württemberg deutlich. Das gilt weiterhin. Wer mit uns koalieren will, muss inhaltlich auf uns zugehen. Steuererhöhungen oder ein Aufweichen der Schuldenbremse wird es mit uns nicht geben."

++ 18.43 Uhr - Erste Hochrechnung: Kopf-an-Kopf-Rennen von Union und SPD

Die erste Hochrechnung des Abends in der ARD (infratest dimap) kommt auf folgende Ergebnisse der Parteien:

  • CDU/CSU: 24,7
  • SPD: 24,9
  • AfD: 11,3
  • FDP: 11,2
  • Linke: 5,0
  • Grüne: 14,8
  • Andere: 8,1 

++ 18.38 Uhr - SPD-Landeschef Stoch freut sich über Prognose-Fingerzeig

Der baden-württembergische SPD-Landesvorsitzende Andreas Stoch zeigt sich erfreut über die aktuellen Zahlen zur Bundestagswahl. Diese zeigten, "dass auch in Baden-Württemberg die SPD die Partei ist, die am meisten dazu gewinnen wird. Es freut mich sehr, dass so viele Wählerinnen und Wähler der SPD und Olaf Scholz in dieser Wahl ihr Vertrauen schenken".

Man wolle nun als Partei "gemeinsam und geschlossen für eine gute Zukunft für alle Menschen und für einen Neuanfang ohne die CDU in der Regierung, und wir haben in den letzten Monaten deutlich gemacht, dass die SPD wieder auf dem Platz ist".

Am Wahlabend gelte es nun, so Stoch, "den vielen Menschen in der Partei zu danken, die dieses Ergebnis möglich gemacht haben. Wir freuen uns auf weitere Zahlen im Laufe des Abends, denn es gibt noch viele Briefwählerstimmen, die noch nicht ausgezählt sind".

18.30 Uhr - SWR-Prognose: Auch Südwest-CDU stürzt ab - aber vor SPD und Grünen

Bei der Bundestagswahl zeichnen sich auch in Baden-Württemberg schwere Verluste für die CDU ab. Nach der Prognose von Infratest dimap für den Südwestrundfunk vom Sonntagabend (18.00) stürzt die Landes-CDU um 7,9 Punkte auf nur noch 26,5 Prozent (2017: 34,4 Prozent).

Die Südwest-SPD dagegen profitiert vom Aufschwung der Bundespartei und schafft 20,5 Prozent, das sind 4,1 Punkte mehr als vor vier Jahren.

Die Grünen im Land können sich um 4 Punkte steigern und erreichen 17,5 Prozent (2017: 13,5 Prozent). Die FDP legt auf 15,0 Prozent zu (2017: 12,7 Prozent). Die AfD büßt etwas ein und landet laut Prognose bei 10,0 Prozent (2017: 12,2 Prozent). Die Linke verliert im Südwesten kräftig und liegt bei nur 2,9 Prozent (2017: 6,4 Prozent.

Oliver Hildenbrand, Landeschef der Südwest-Grünen im SWR: "Wir hatten uns mehr erhofft. Klar ist aber, eine Regierung ohne Grün ist wie Klima ohne Schutz. Es muss beim Klimaschutz voran gehen, das ist unsere Richtschnur."

Es seien Fehler passiert im Wahlkampf, so Hildenbrand. " Es war es holprig für uns. Wichtig ist aber, dass wir zusammenbleiben. Ich traue unseren beiden Parteivorsitzenden zu, gemeinsam in Stärke mit ganzer Kraft weiterzumachen."

CDU-Fraktionschef im Südwest-Landtag Manuel Hagel im SWR: "Jamaika würde gut in die Zeit passen. Das habe ich schon bei der letzten Bundestagswahl gesagt. Ich bedauere, dass es damals nicht zustandegekommen ist. Unsere Aufgabe ist es, Ökologie, Ökonomie und sozialer Zusammenhalt voranzubringen. Das würde mit einer Jamaika-Koalition gut passen."

Alice Weidel, Landesvorsitzende der AfD in Baden-Württemberg in der ARD: "2017 hat man prognostiziert, dass man uns nach einer Legislaturperiode wieder aus dem Bundestag hinauswirft. Das hat ja wohl nicht geklappt. Wir sind zweistellig, wir haben ein solides Ergebnis eingefahren. Das heißt, um uns wird man nicht drumrumkommen."

++ 18.15 Uhr - SPD-BaWü-Chef Stoch lehnt Groko-Neuauflage ab

Einer Neuauflage der großen Koalition erteilt der baden-württembergische SPD-Chef Andreas Stoch eine klare Absage. "Die Gemeinsamkeiten zwischen CDU und SPD sind aufgebraucht. Wir brauchen eine neue Regierung in diesem Land", sagte er im SWR-Fernsehen.

Stoch: "Wenn ich heute Abend enttäuscht wäre, wäre das wirklich respektlos. Wir haben als SPD keine einfachen Zeiten hinter uns, wurden gefragt, warum wir überhaupt einen Kanzlerkandidaten stellen. Der Zuwachs in Bund und Land ist erstmal Grund zur Freude."

Manuel Hagel, Fraktionsvorsitzender der CDU im baden-württembergischen Landtag im SWR-Fernsehen erklärte: "Das wird ein Fotofinish, ein Wimpernschlagfinale. Das Ergebnis, das Sie projiziert haben, ist nicht unser Anspruch. Wir werden alles dafür tun, diesem Land eine stabile und verlässliche Regierung zu geben."

Andreas Schwarz, Fraktionsvorsitzender der Grünen im baden-württembergischen Landtag meinte im SWR-Fernsehen: "Klar, wir hätten uns etwas mehr erhofft, aber es ist das beste Ergebnis, das wir jemals bei einer Bundestagswahl hatten."

++ 18.00 Uhr - Erste Prognose: Knappes Rennen zwischen Union und SPD

  • CDU/CSU: 24 Prozent
  • SPD: 26 Prozent
  • Grüne: 14,5 Prozent
  • FDP: 12 Prozent
  • AfD: 10 Prozent
  • Linke: 5 Prozent
  • Andere: 8,5 Prozent

Die Angaben beruhen auf den sogenannten "Exit Polls", einer Befragung von Menschen nach Verlassen der Wahllokale durch die Forschungsgruppe Wahlen. Die erste Hochrechnung wird in wenigen Minuten erwartet. Die Zahlen von infratest-dimap, die sowohl die ARD als auch Schwäbische.de in der obigen Grafik nutzt, weichen von den Zahlen des ZDF (Forschungsgruppe Wahlen) etwas ab.

Den schweren Absturz von CDU/CSU auf 24 Prozent muss sich auch die CSU in Bayern auf die Fahne schreiben. Auch sie muss in Bayern einer ersten Prognose zufolge deutliche Verluste hinnehmen. Nach ersten Infratest-dimap-Zahlen des Bayerischen Rundfunks landen die Christsozialen unter Parteichef Markus Söder nur noch bei 33 Prozent - vor vier Jahren hatten sie 38,8 Prozent erreicht.

++ 17.44 Uhr - Wahlchaos in Berlin: Stimmabgaben auch nach 18 Uhr möglich

Wegen langer Schlangen und fehlender Wahlzettel kann in Berlin über die Deadline von 18 Uhr hinaus gewählt werden. Das berichtet der "Tagesspiegel" unter Berufung auf Berlins Landeswahlleiter.

Damit soll gewährleistet werden, dass alle Menschen, die bis 18 Uhr noch vor Wahllokalen anstehen müssen, ihre Stimme abgeben können. Nicht stimmberechtigt sind dagegen Personen, die sich nach 18 Uhr in die Schlangen stellen, heißt es weiter.

++ 17.26 Uhr - 16 Jahre Merkel: Eine Ära endet

Eine Ära geht zu Ende: Nach 16 Jahren tritt Angela Merkel als Kanzlerin ab. Sommermärchen, Flüchtlingskrise, der Kampf gegen die Coronapandemie – viele Ereignisse haben das Land geprägt.

Hubert AiwangerFoto: dpa
Freie-Wähler-Chef Aiwanger twittert unzulässigerweise Prognose-Zahlen - CSU empört. (Foto: Sven Hoppe / dpa)

Wir haben für Sie "Die größten Momente von Angela Merkel" sowie "Angela Merkels politische Karriere" HIER in einer Bildergalerie in der Rückschau.

HIER LESEN: Angela Merkel - Was bleibt, wenn sie geht?

++ 17.01 Uhr - Aiwanger twittert unzulässigerweise Prognose-Zahlen - CSU empört

Freie-Wähler-Chef Hubert Aiwanger ist wegen der kurzzeitigen Veröffentlichung von Wahlprognose-Zahlen in die Kritik geraten. In einem Tweet auf Aiwangers Profil, der wenig später wieder gelöscht wurde, wurden am Sonntag Zahlen aus einer Nachwahlbefragung der Forschungsgruppe Wahlen genannt - verbunden mit dem Aufruf, die "letzten Stimmen" nun den Freien Wählern zu geben.

CSU-Generalsekretär Markus Blume griff Aiwanger scharf an und forderte Konsequenzen. "Hubert Aiwanger verbreitet vor 18 Uhr Prognoseergebnisse und verbindet sie mit einem Wahlaufruf", schrieb Blume auf Twitter und fügte hinzu: "Ein unglaublicher Fall von Wahlmanipulation und Wählerbeeinflussung. Das ist zutiefst undemokratisch und muss Konsequenzen haben!"

Bundestagswahl - Warteschlange in Berlin
Zahlreiche Menschen stehen in einer langen Schlange vor den Wahllokalen im Tiergarten Gymnasium in der Altonaer Straße. (Foto: Monika Skolimowska / dpa)

Laut Bundeswahlgesetz ist es eine Ordnungswidrigkeit, vor Schließung der Wahllokale "Ergebnisse von Wählerbefragungen nach der Stimmabgabe über den Inhalt der Wahlentscheidung" zu veröffentlichen. Dies kann "mit einer Geldbuße bis zu fünfzigtausend Euro geahndet werden".

++ 16.53 Uhr - Wahl-Chaos in Berlin: Feuerwehr im Einsatz

Bei den Wahlen in Berlin ist es am Sonntag vor zahlreichen Wahllokalen in der ganzen Stadt zu langen Warteschlangen gekommen. Wahlberechtigte mussten mitunter länger als eine Stunde bis zum Kreuz in der Wahlkabine anstehen. Der Bezirk Mitte meldete für das Wahllokal 100 zeitweise sogar Wartezeiten von mehr als zwei Stunden.

Gleich vier Entscheidungen mit entsprechend vielen und teils langen Wahlzetteln standen an. Neben der Bundestagswahl lief auch die Wahl zum Abgeordnetenhaus. Zudem wurde über zwölf Bezirksparlamente neu bestimmt. Außerdem konnten Wählerinnen und Wähler darüber abstimmen, ob große Wohnungskonzerne mit mehr als 3000 Wohnungen enteignet werden sollen. Nach Angaben der Landeswahlleitung gab es in Berlin noch nie so viele Abstimmungen an einem Tag.

Ganz klar, das sollte nicht vorkommen.

Bundeswahlleiter Georg Thiel

Bis Schließung der Wahllokale um 18.00 Uhr konnte nach Angaben aus der Geschäftsstelle der Landeswahlleiterin wählen, wer entsprechend rechtzeitig in der Schlange stand. Zu Verzögerungen führten auch die coronabedingt notwendigen Hygienemaßnahmen. Zudem waren zahlreiche Wahlhelfer abgesprungen, die durch Nachrücker ersetzt werden mussten.

Bundestagswahl - Stimmabgabe Laschet, Scholz, Baerbock
Die beiden Kanzlerkandidaten Laschet (mit sichtbarem Wahlzettel), Scholz und Kanzlerkandidaten Baerbock bei der Stimmabgabe. (Foto: - / dpa)

Verzögerungen gab es auch durch Pannen. So wurden in einigen Wahllokalen Stimmzettel für die Abgeordnetenhauswahl aus den Bezirken Friedrichshain/Kreuzberg und Charlottenburg/Wilmersdorf vertauscht. Bis die richtigen Stimmzettel vorlagen, mussten die Wahllokale zeitweise schließen.

Bundeswahlleiter Georg Thiel zeigt sich nicht begeistert von den Zuständen in Berlin. "Ganz klar, das sollte nicht vorkommen", sagt Thiel bei ntv. Die Abläufe seien eigentlich penibel durchgesprochen und eingeübt.

Nur mit Hilfe der Feuerwehr konnten Wählerinnen und Wähler zweier Wahllokale in Mitte zu Wahlkabinen und Abstimmung gelangen. Wegen Problemen mit der elektronischen Schließanlage kam das Wahlteam nicht rechtzeitig wie geplant in das Gebäude der Mensa Nord des Studierendenwerkes mit den Wahllokalen 102 und 106.

++ 16.30 Uhr - Reaktionen zu Laschets Wahlzettel-Panne

Unionskanzlerkandidat Armin Laschet hat bei der Stimmabgabe zur Bundestagswahl den Stimmzettel so gefaltet, dass beim Einwerfen in die Urne seine Kreuze für die CDU zu sehen waren. Das ist auf Fotoaufnahmen zu erkennen. Die Szene in Laschets Wahllokal in Aachen sorgte am Sonntag im Netz prompt für Diskussionen. Auch die Wahlentscheidung von Laschets Frau, die ebenfalls kurz darauf ihre Stimme abgab, ist zum Teil auf den Fotos erkennbar. Auf Twitter wurde daraufhin diskutiert, ob der nordrhein-westfälische Ministerpräsident auf korrekte Art und Weise seine Stimme abgegeben hat.

Der Bundeswahlleiter wies am Nachmittag über Twitter darauf hin, dass es nicht überraschend sei, dass Laschet seine eigene Partei gewählt habe. "Eine Wählerbeeinflussung kann darin nicht gesehen werden." Darüber hinaus erklärte er, die Wahlvorschriften seien eindeutig. "Der Wahlvorstand hat Wählerinnen und Wähler zurückzuweisen, die den Stimmzettel so gefaltet haben, dass die Stimmabgabe erkennbar ist. Dies dient dazu, dass andere Wählende nicht beeinflusst werden."

Wenn es zu einer "Fehlfaltung" komme, sei vorgesehen, dass der Wahlvorstand einen neuen Stimmzettel austeilt. "Gelangt der Stimmzettel dennoch in die Wahlurne, kann er nicht mehr aussortiert werden und ist gültig." Laschet konnte seinen Stimmzettel einwerfen.

Die CDU wollte sich am Sonntag zunächst nicht zu dem Vorgang äußern. Auch der Wahlvorstand in Aachen war zunächst nicht für eine Stellungnahme erreichbar.

++ 16.18 Uhr - Beteiligung in Wahllokalen zunächst geringer

Bei der Bundestagswahl haben am Sonntag bis 14 Uhr 36,5 Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimmen im Wahllokal abgegeben. Wie der Bundeswahlleiter mitteilte, ist dieser Zwischenstand zur Wahlbeteiligung auf Grundlage der Wahlbeteiligung in ausgewählten Wahllokalen für ganz Deutschland ermittelt worden. Bei der Bundestagswahl 2017 hatte die Beteiligung in den Wahllokalen zum gleichen Zeitpunkt bei 41,1 Prozent gelegen - wegen des erwarteten Anstiegs der Briefwahl ist der Vergleich aber im Hinblick auf die Entwicklung der Gesamt-Wahlbeteiligung nicht aussagekräftig.

Die abgegebenen Stimmen der Briefwählerinnen und Briefwähler sind in den Werten nicht berücksichtigt. "Die aktuell ermittelte Wahlbeteiligung liegt erwartungsgemäß unter dem Wert von 2017, da wir von einem deutlich erhöhten Anteil von Briefwählerinnen und Briefwählern ausgehen, deren Wahlbeteiligung zu einem späteren Zeitpunkt im Rahmen der Ermittlung des endgültigen Wahlergebnisses festgestellt wird", erklärte Bundeswahlleiter Georg Thiel laut Pressemitteilung. 2017 hatte der Anteil der Briefwähler am Ende bei 28,6 Prozent gelegen, die Wahlbeteiligung insgesamt betrug damals 76,2 Prozent. Der Bundeswahlleiter hatte im Vorfeld bereits deutlich gemacht, dass der Briefwähler-Anteil diesmal bei mindestens 40 Prozent liegen dürfte.

++ 16.00 Uhr - Wahlbeteiligung im Südwesten bei gut 23 Prozent

In Baden-Württemberg haben bis zum frühen Nachmittag 23,27 Prozent der Berechtigten in Wahllokalen ihre Stimme für die Bundestagswahl abgegeben. Gegenüber der zurückliegenden Bundestagswahl im Jahr 2017 sei dies ein Rückgang um 13,93 Prozentpunkte, teilte Landeswahlleiterin Cornelia Nesch am Sonntag in Stuttgart mit (Stand: 14.00 Uhr).

Nesch machte deutlich, dass die Zahlen wegen eines gestiegenen Anteils von Briefwählerinnen und -wählern nicht vergleichbar seien. Bei den mitgeteilten Zahlen seien die Stimmen der Briefwähler nicht berücksichtigt. In repräsentativ ausgewählten Wahlbezirken hätten 42,47 Prozent aller Wahlberechtigten Briefwahl beantragt, so die Landeswahlleiterin. Sie rief dazu auf, vom Wahlrecht Gebrauch zu machen. Die Wahllokale seien noch bis 18.00 Uhr geöffnet.

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