Bundesregierung begrüßt erste Irak-Flüchtlinge

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Deutsche Presse-Agentur

Die in Deutschland erwarteten 2500 Irak-Flüchtlinge sollen nach dem Willen der Bundesregierung zügig integriert werden.

Vor Ankunft eines ersten Flugzeugs mit 122 Irakern am Donnerstag in Hannover rief die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung, Maria Böhmer, dazu auf, die Flüchtlinge mit offenen Armen zu empfangen. „Es ist ein Gebot der Menschlichkeit, dass wir den schutzsuchenden Menschen schnell helfen und sie bei uns aufnehmen“, erklärte Böhmer. Das Signal für die Flüchtlinge laute: „Ihr seid willkommen.“ Die Flüchtlinge gehören zumeist christlichen Minderheiten an, die im Irak verfolgt wurden.

Die Iraker sollten mit einer Airbus-Sondermaschine von Damaskus nach Hannover geflogen werden. Vorangegangen war ein langwieriges Auswahlverfahren des UN-Flüchtlingshilfswerks (UNHCR). Insgesamt handele es sich um 31 Familien mit 35 Kindern und Jugendlichen, teilte das Innenministerium in Hannover mit. Bis auf eine erkrankte Familie sollen die Iraker mit dem Bus zum Aufnahmelager nach Friedland gebracht werden. Einige von ihnen absolvieren dort auch einen Integrationskurs. Später werden die Flüchtlinge auf die Bundesländer verteilt.

Die Europäische Union hatte im September beschlossen, 10 000 Irak- Flüchtlinge aufzunehmen. Nach Deutschland sollen 2500 der besonders schutzbedürftigen Flüchtlinge kommen, die keine Rückkehrperspektive in ihre Heimat haben. Das UN-Flüchtlingshilfswerk bezeichnete die Aufnahme der Iraker am Donnerstag als ein „wichtiges humanitäres Signal“. Die UNHCR-Vertreterin Anne-Christine Eriksson hob die spürbare gesellschaftliche Akzeptanz für die Flüchtlinge in Deutschland hervor und lobte das Engagement von Behörden, Initiativen und Institutionen.

Die Irak-Flüchtlinge sollen nach Angaben von Niedersachsens Innenminister Uwe Schünemann (CDU) rasch eine Arbeitserlaubnis bekommen können. „Wir haben Interesse daran, dass sie hier ihren Lebensunterhalt auch selber verdienen können, dass sie so schnell wie möglich in die Gesellschaft integriert werden“, sagte Schünemann im RBB-Inforadio. Er gehe davon aus, dass die Flüchtlinge „kaum eine Möglichkeit haben, in den Irak zurückzukehren“.

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