Brexit-Streit ist ein Kampf um die Macht

Lesedauer: 2 Min

Sebastian Borger
Sebastian Borger (Foto: Roland Rasemann)
Sebastian Borger

Der britischen Politik droht nun jeden Montag das gleiche Ritual: Boris Johnson tut in einer fürstlich honorierten Kolumne seine Meinung kund und Westminster erregt sich über die blumigen Formulierungen des einstigen Brexit-Vorkämpfers und gescheiterten Außenministers.

Auch diesmal hat der Konservative wieder die Brexit-Linie seiner Regierung angegriffen. Die Londoner Vorstellungen halten tatsächlich einer näheren Prüfung nicht stand, wie EU-Chefunterhändler Michel Barnier mitgeteilt hat. Johnson aber geht es nur um die Demontage von Premierministerin Theresa May zugunsten eigener Machtansprüche. Diese Absicht ist allzu deutlich und verstimmt viele innerhalb und außerhalb der Partei. Brutal hat Mays Sprecher zurückgeschlagen: Die Bewohnerin der Downing Street repräsentiere „seriöse Führung“, anders als Johnson; dieser habe „keine neuen Ideen“. Die britischen Medien wittern einen Tory-Putsch. May, so scheint es, ist zum Kampf bereit.

politik@schwaebische.de

Mehr zum Thema
Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen