Beschwerde von Kindsmörder Gäfgens in Straßburg

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Deutsche Presse-Agentur

Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte beschäftigt sich heute erneut mit dem Fall des Kindsmörders Magnus Gäfgen. Ein Erfolg des Mörders von Jakob von Metzler vor dem EU-Gericht im französischen Straßburg wäre nach Worten des Anwalts der Bankiersfamilie für die Angehörigen „eine schreckliche Vorstellung“.

Dies sagte der Jurist Eberhard Kempf der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“. Der 33-jährige Gäfgen hatte vor mehr als sechs Jahren den elfjährigen Bankierssohn in Hessen entführt und ermordet. Die erste Kammer des Gerichts hatte im vergangenen Jahr Gäfgens Beschwerde abgewiesen.

Gäfgen war 2002 vom einem Polizisten Gewalt angedroht worden, damit er den Aufenthaltsort des entführten Bankierssohnes preisgebe. Der in Deutschland verurteilte Mörder rügt daher in Straßburg einen Verstoß gegen das Recht auf ein faires Verfahren.

Doch die Bundesregierung sieht nach Informationen der „FAZ“ den deutschen Rechtsweg als noch nicht erschöpft an: Gäfgen habe einen Verstoß gegen sein Recht auf ein faires Verfahren nicht vor dem Bundesgerichtshof gerügt. Die Erschöpfung des nationalen Rechtswegs ist Voraussetzung für eine Beschwerde in Straßburg.

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