Beliebteste Vornamen: Sophie und Maximilian

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Deutsche Presse-Agentur

Sophie und Maximilian haben Marie und Leon im vergangenen Jahr als häufigste Namen für Neugeborene in Deutschland überholt.

Die seit 2000 zweitplatzierte Sophie schob sich erstmals vor die seit 1999 amtierende Spitzenreiterin Marie, Maximilian verdrängte Leon auf Platz drei und eroberte damit die Führung zurück, die er 2005 an Alexander (2008: Rang zwei) verloren hatte. Dies teilte die Gesellschaft für deutsche Sprache (GfdS) am Freitag in Wiesbaden mit. Ihre Angaben basieren auf den Daten aus rund 170 repräsentativ ausgewählten Standesämtern.

Sophie bzw. Sofie und Marie führten laut GfdS mit weitem Abstand. In manchen Städten wurden sie doppelt so häufig gezählt wie die nächstfolgenden Namen, allerdings weniger als Ruf-, sondern als Zweit- und Drittname.

Wie die Liste zeigt, wandelt sich die Vornamensmode nur langsam. Auf den ersten zehn Positionen zeigt sie nur geringe Verschiebungen. Leon, Paul und Luca hielten ihre Popularität ebenso wie Anna/Anne, Johanna, Leonie und Lena. Einziger Neuzugang in der Spitzengruppe der Mädchen war Mia, die sich von zwölf auf neun verbesserte und so ihren steilen Aufstieg (2006: Rang 19) fortsetzte. Tim, zuletzt von sieben auf zwölf gesackt, kehrte mit Rang zehn ins Spitzenfeld zurück.

Auf den tieferen Rängen zeigen sich bereits mögliche künftige Aufsteiger. Immer häufiger wählten Eltern etwa Lina, Lilly, Anton, Ben und Luis. Als kuriosen Zufall wertet die GfdS, dass Max und Moritz unmittelbar einander folgen (Platz 16 und 17).

Sophie und Maximilian dominierten allerdings nicht flächendeckend. Vor allem in kleineren Standesämtern registrierte die GfdS auffällige Abweichungen vom Bundestrend. So war Emily Spitzenreiterin in Bad Urach, Sophia in Hof und Leonie in Meißen; in vielen bayrischen Städten lag Maria auf Platz eins vor Marie (wegen der unterschiedlichen Silbenzahl wertet die GfdS Maria und Marie nicht als Varianten, sondern als eigene Namen). Bei den Jungen führten Jason in Aschersleben, Luca in Bad Kreuznach, Thomas in Cham, David in Darmstadt und Jonas in Quedlinburg.

Insgesamt wächst laut GfdS die Namensvielfalt. In einer Stadt wie Saarbrücken seien 2008 rund 1300 unterschiedliche Vornamen vergeben worden. Bei über der Hälfte der Namen gab es bundesweit nur je eine Meldung - dazu zählen Importe aus anderen Sprachen wie Adeyemi, Heaven, Gagik und Minas, aber auch selten gewordene deutsche Namen wie Gertrude, Heidrun, Gottlieb und Ruprecht.

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