Bei Katzenmusik hilft ein Hund

Lässt sich bestens transportieren – der Havaneser.
Lässt sich bestens transportieren – der Havaneser. (Foto: Ina Fassbender/dpa)
Schwäbische Zeitung

Andrew Lloyd Webber ist unter den noch nicht verstorbenen Komponisten sicher einer der berühmtesten. Im Grunde hat seine Art, Musik zu schreiben und Stoffe zu vertonen, dem Genre des Musicals überhaupt erst zur Blüte verholfen. Werke wie „Das Phantom der Oper“ oder „Starlight Express“ haben Herrn Webber praktisch unsterblich gemacht, von „Cats“ ganz zu schweigen. Jedenfalls ist es unter derartigen Berühmtheitsumständen nicht weiter von Belang, ob seine körperliche Hülle noch über die Erde wandelt oder nicht. Erfreulicherweise wandelt diese inzwischen 73-jährige Hülle noch, neuerdings begleitet von einem kleinen Hund, einem Havaneser genau genommen.

Havaneser sehen aus wie eine Mischung aus Rauhaardackel und explodiertem Angorakaninchen. Ihr handliches Format macht sie zum praktischen Reisebegleiter, weil sie sich auch in mittelgroßen Handtaschen verstauen lassen. Der Kauf des Hundes, so ist im Promi-Fachblatt „Variety“ zu lesen, sei Webbers wütende Reaktion auf die miserable Filminszenierung seines Musicals „Cats“ gewesen.

Der Meister setzt damit ein Zeichen gegen die Überbewertung von Katzen – und gegen jene, die auf der Leinwand singen und tanzen, im Besonderen. Begreift man den Hund als das Gegenteil der Katze, müsste man den Musicalschreiber vielleicht als Gegenteil eines Opernkomponisten betrachten. Die Frage muss also lauten: Was hätte sich Verdi nach einem Abend mit Webbers „Phantom der Oper“ für einen Vierbeiner gekauft? Womöglich einen Rauhaardackel. Oder ein Angorakaninchen. (nyf)

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