Archiv-Einsturz: Kölner OB fühlt sich hintergangen

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Deutsche Presse-Agentur

Nach brisanten Enthüllungen zur möglichen Ursache des Kölner Archiv-Einsturzes hat Oberbürgermeister Fritz Schramma (CDU) Vorwürfe gegen die Kölner Verkehrs-Betriebe (KVB) erhoben. „Ich fühle mich von den KVB hintergangen“, sagte er der „Kölnischen Rundschau“.

Er frage sich, warum man nicht die Notbremse gezogen und das Archiv sofort evakuiert habe. Verärgert sei Schramma auch über seinen Baudezernenten Bernd Streitberger (CDU), berichtete die „Rundschau“. Von ihm fühle er sich unzureichend informiert.

Am Freitagabend war bekanntgeworden, dass es schon lange vor dem Archiveinsturz erhebliche Grundwasserprobleme an der benachbarten U-Bahn-Baustelle gegeben hatte. Nach Baustellenprotokollen kam es bereits im September 2008 zu einem sogenannten hydraulischen Grundbruch. Ein solches Ereignis gilt zurzeit als wahrscheinlichste Unglücksursache. Schramma bezeichnete die Information darüber denn auch als „außerordentlich brisant“, zumindest aus Laiensicht.

Die KVB, Bauherr bei der U-Bahn-Erweiterung, bestätigten am Abend in einer Pressemitteilung, dass ihnen bereits im September ein „kleiner hydraulischer Grundbruch“ gemeldet worden sei. Experten halten es für wahrscheinlich, dass am Unglückstag große Mengen Kies und Wasser in die Baugrube für die U-Bahn abrutschten und dadurch der Boden unter dem Archivgebäude so instabil wurde, dass es zusammenbrach. Dabei waren am 3. März zwei Menschen getötet worden.

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