Annegret Kramp-Karrenbauer zur neuen CDU-Chefin gewählt

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Digitalredakteurin

Annegret Kramp-Karrenbauer ist die neue Vorsitzende der CDU in Deutschland. Sie hat sich am Freitagnachmittag gegen Friedrich Merz und Jens Spahn durchgesett. Die Entscheidung fiel knapp aus. 

Die Delegierten zeigten, dass sie sich der Bedeutung einer jeden Stimme sehr bewusst waren: Von 999 abgegebenen Stimmen war keine einzige ungültig. 

Die Ergebnisse des zweiten Wahlgangs: 

51,75% (517 Stimmen) für Annegret Kramp-Karrenbauer

48,25 %  (482 Stimmen) für Friedrich Merz

Annegret Kramp-Karrenbauer nimmt unter dem tosenden Applaus der Delegierten die Wahl an, dankte für einen fairen Wahlkampf und lädt Merz und Spahn dazu ein, weiter mitzuwirken. 

Merz' Zukunft in der CDU nicht im Präsidium

Friedrich Merz bekommt ebenfalls anhaltenden Beifall, als er das Podium wieder betritt. Er gratuliert zunächst "AKK", bittet jene, die ihn gewählt haben, ihre ganze Kraft und Unterstützung der neuen Parteivorsitzenden zu geben. "Ich hätte natürlich heute gerne gewonnen." Die vergangenen Wochen seien in der Partei ein Musterbeispiel an Demokratie gewesen, um das die CDU alle anderen Partein in Deutschland wohl beneiden.

Er sei bereit, die Partei zu unterstützen. Er sagte allerdings nicht, dass er Teil des Präsidiums werden wolle. Nach Einschätzung von Staatssekretär Thomas Bareiß (Sigmaringen) ist mit der Entscheidung gegen ihn als Parteivorsitzenden auch sein Bestreben auf eine Position an der Spitze der CDU vorbei. 

Der ebenfalls unterlegene Jens Spahn hingegen erklärt sich bereit, im Präsidium mitzuarbeiten. Die drei Kandidaten seien ein bisschen wie eine Rockband durch Deutschland getourt, dabei habe er beide besser kennengelernt. "Ich möchte auf jeden Fall im Team bleiben." Die Wahl des Generalsekretärs ist vorerst zurückgestellt und findet später statt.

Die Ergebnisse des ersten Wahlgangs: 

  • 45 % (450 Stimmen) für Annegret Kramp-Karrenbauer
  • 39,24 %  (392 Stimmen) für Friedrich Merz
  • 15,72 % (157 Stimmen)  für Jens Spahn, der damit ausgeschieden ist. 

So reagieren die heimischen Abgeordneten auf das Wahlergebnis:

Franz Romer (ehemals MdB Ehingen): "So einen Parteitag habe ich noch nie erlebt. Es ist gut, dass es ein so knappes Ergebnis gab, damit können alle gut leben. Wenn der Zusammenhalt so bleibt wie am Schluss, bin ich zufrieden."

Thomas Bareiß: "Natürlich bin ich sehr enttäuscht. Das war ein Krimi bis zum Schluss. Annegret Kramp-Karrenbauer kennt die Partei sehr gut. Aber Friedrich Merz hätte den Saal besser rocken können."

Andrea Verpoorten (Kreisvorstand Zollernalb) ist ebenfalls sehr enttäuscht. "Friedrich Merz war mein Mentor. Ich kenne ihn als einen Freund, deshalb habe ich für ihn gekämpft. Aber mal gewinnt man, mal verliert man".  

Elisabeth Jeggle, Vorsitzende der Seniorenunion: "Als Frau freue ich mich besonders, dass eine Frau an die Spitze gewählt wurde." Sie sei überrascht davon gewesen, wie gut Spahn sch präsentiert habe. "Ihn hatte ich vorher gar nicht so bewusst auf dem Schirm."

Videostatement von Chefredakteur Hendrik Groth
Standing Ovations nach Merkels Rede auf dem CDU-Parteitag in Hamburg.

Roderich Kiesewetter (Bundestagsabgeordneter aus Aalen): "Ich bin sehr zufrieden, Annegret Kramp-Karrenbauer ist eine hervorragende Wahl - aber es war knapp. Sie ist in der Lage, Brücken zu bauen und die Partei neu aufzustellen. Sie hat mit ihrer sehr guten Rede auch noch Zögernde überzeugt."

Der Delegierte aus Leutkirch, Waldemar westermayer, im Gespräch mit Kandidat Jens Spahn, der kurz vor Beginn des Parteitags noch eine letzte Bewerbungsrunde durch die Sitzreihen drehte. (Foto: Andrea Pauly)

Landwirtschaftsminister Peter Hauk: "Ich habe gedacht, dass Annegret Kramp-Karrenbauer es schon im ersten Anlauf schafft. Ich glaube, sie ist eine gute Vorsitzende - sie ist ein Kind der CDU. Alle drei Kandidaten haben es geschafft, die Partei zu mobilisieren."

Bundestagsmitglied Josef Rief: Annegret Kramp-Karrenbauer hat eine gute Rede gehalten. Die von Merz hätte ich besser erwartet. Das knappe Ergebnis zeigt, dass viele Delegierte selbst mit sich gerungen haben, wen sie wählen sollen. Die drei sind sehr unterschiedliche Typen - und wir brauchen solche Typen. Vielleicht war bei den Männern einigen das Risiko einfach zu hoch.  Man weiß nicht, ob es mit einem Bundesvorsitzenden Merz und einer Kanzlerin Merkel gut gegangen wäre. Annegret Kramp-Karrenbauer hat einen guten Job gemacht, sie hat den sicheren Job als Ministerpräsidentin aufgegeben, um Generalsekretärin zu werden, das hat viele beeindruckt, mich auch. Sie ist keine Merkel 2.0, das hat sie deutlich gezeigt.

Axel Müller, Bundestagsabgeordneter Wahlkreis Ravensburg: „Bei der Wahl von Friedrich Merz wäre ein größerer Ruck durch die Partei gegangen und es hätte eine stärkere Aufbruchstimmung gegeben. Das wäre für die Partei positiv gewesen. Aber jetzt ist es ganz wichtig, dass es uns gelingt, das knappe demokratische Ergebnis als Ausdruck innerparteilicher Demokratie zu würdigen. Es gibt nicht wirklich einen Sieger oder Verlierer.“ Zu Annegret Kramp-Karrenbauer: „Wenn es uns gelingen sollte, mit Annegret Kramp-Karrenbauer Stimmen aus dem bürgerlich-grünen Lager zurückzuholen, dann ist sie in dieser Hinsicht sogar die bessere Wahl gewesen.“

Eine außergewöhnliche Wahl: Nachfolger für Angela Merkel

Friedrich Merz, Annegret Kramp-Karrenbauer und Jens Spahn bewarben sich um die Nachfolge der Parteivorsitzenden Angela Merkel, nachdem diese nach der Hessen-Wahl angekündigt hatte, dass sie nicht mehr für dieses Amt antreten werde. 

In Vorbereitung auf die Wahl beim 31. Bundesparteitag der CDU in Hamburg stellten sich die drei Kandidaten am Freitagnachmittag vor - in alphabetischer Reihenfolge. Maximal 20 Minuten sollten sie sprechen.

Die Rede von Annegret Kramp-Karrenbauer

Annegret Kramp-Karrenbauer ist somit die erste. Sie erinnert sich daran, wie sie als Abiturientin in die CDU eintrat, die CDU von Helmut Kohl. Die Partei habe in schwierigen Zeiten Kurs gehalten, mit Mut und Optimismus und Strahlkraft die Menschen in die Mitte gezogen - deshalb sei sie damals eingetreten. Diese Partei solle auch die Partei von heute sein. 

Ob die Szenarien, die Angst machen kommen, das stehe nicht in den Sternen, sondern liege allein an der CDU. Sie beschwört den Mut, so zu sein wie einst, als sie eintrat. Es dürfe nicht mehr um "wir sollten", "wir müssten" gehen, sondern um das "wir machen".

Bei Führung kommt es mehr auf die innere Stärke als auf die äußere Lautstärke an.

Annegret Kramp-Karrenbauer

Sie fordert Mut, aber auch eine Besinnung auf das C - für christlich. "CDU und CSU sind sowas wie das letzte Einhorn in Europa - die letzte große Volkspartei". Sie wolle, dass das so bleibt.

Sie betont: "Keiner von uns drei Kandiaten wird der Untergang für diese Partei sein" -  und erntet dafür Applaus. Sie bestärkt ihre Forderung nach einer geeinten CDU. Sie verwehrt sich gegen die Aussage, "Mini-Merkel" oder "ein einfaches Weiter so" zu sein und verweist auf ihre Biografie. Bei Führung kommt es mehr auf die innere Stärke als auf die äußere Lautstärke an."

Die Rede von Friedrich Merz

Friedrich Merz fordert "ein Signal des Aufbruchs und der Erneuerung von unserer Partei". Er verweist auf das internationale Interesse. "Wir sind in Europa vielleicht die letzte große christdemokratische Volkspartei und das wollen und das müssen wir in den nächsten Jahrzehnten auch bleiben" - es sind ähnliche Worte wie die seiner Vorrednerin. 

Keine andere Partei sei so sehr dazu aufgerufen, die politische Stabilität in Deutschland und Europa beizubehalten. Er denkt zurück an Zeiten, als China wie ein Entwicklungsland wirkte und ein Brexit undenkbar war und man die USA als festen, sicheren Partner an der Seite wusste. "Wir leben in einer Zeit des Umbruchs und des tiefen Wandels." 

Wir brauchen eine Agenda für die Fleißigen.

Friedrich Merz

Die AfD als größte Opposition und in jedem Landtag vertreten, sei unerträglich. "Ich bestreite bei niemandem den guten Willen, die verlorenen Wähler - auch an die AfD - zurückzuholen. Aber es gelingt uns nicht." Der Dialog mit dem Bürger beginne beim Zuhören - an dieser Stelle lobt er seine Gegenkandidatin Kramp-Karrenbauer dafür, wie sie dies in den vergangenen Wochen getan habe. Umweltschutz, Sicherheit, Volkswirtschaft - "Wir brauchen eine Agenda für die Fleißigen" - dafür bekommt er Zwischenapplaus.Er fordert klare Positionen: "Ohne bekommen wir keine besseren Wahlergebnisse." Die Hauptgegner müssten bei diesen Positionen SPD, Grüne und FDP sein - trotz Großer Koalition. Und auch, wenn Deutschland ein weltoffenes Land sei: "Es gibt auch Grenzen." 

Merz macht deutlich, dass die CDU unter seiner Führung in den ostdeutschen Bundesländern ganz besonders kämpfen werde. "Wir werden das nicht den Populisten von links oder rechts überlassen."

Geht das gut, er als Vorsitzender und Merkel als Bundeskanzlerin? "Natürlich geht das gut", sagt Merz, denn das Land komme immer vor der Partei und die Partei immer vor dem Persönlichen. Für ihn sei es klar, dass auch Annegret Kramp-Karrenbauer und Jens Spahn einen Platz in der obersten Führungsebene haben müssten.

Die Rede von Jens Spahn

Er solle zurückziehen, er habe ja doch keine Chance - und noch so viel Zeit. Das habe er in den vergangenen Tagen und Stunden oft gehört. Aber was, wenn alle nur geduldig gewartet hätten? Gäbe es dann ein vereintes Europa? Hätte es die große Volkspartei CDU dann je gegeben? Hätten wir die Spendenaffäre überstanden? Diese Fragen stellt Spahn.

"Wir brauchen kein Weiter so, wir brauchen auch kein Zurück in die Vergangenheit - der jüngste der drei Kandidaten verteilt Seitenhiebe gegen Annegret Kramp-Karrenbauer und Friedrich Merz. Er will das Vertrauen der Menschen zurückgewinnen. Er schildert das Land, in dem er 2040 leben will, "wo Brücken nicht bröckeln und Flugzeuge von Flughäfen auch abheben". 

Das heute hier darf kein Ende sein.

Jens Spahn

Ja, auch er lese Umfragen. Aber trotzdem stehe er dort. "Und es fühlt sich richtig an, hier zu stehen", sagt er - und bekommt Applaus. Er laufe nicht weg. 

Es habe der Partei gut getan, dass es drei Kandidaten gibt, dass es die Regionalkonferenzen gab. Zu jeder Debatte gehört eine Entscheidung - der werde er sich stellen. Er beschwor den Geist der Christlich-Demokratischen Union, der die vergangenen 70 Jahre mitgeprägt habe. "Da ist ein neuer Geist in der CDU zu spüren. Lasst uns diesen Geist an der gemeinsamen Debatte bewahren. Das heute hier darf kein Ende sein, das muss ein Startpunkt sein."

Eugen Abler aus Bodnegg ist für kritische Worte bekannt. Obwohl er Merz wählen wird, äußert er auch an ihm Kritik. (Foto: Andrea Pauly)

Der Bundesparteitag in der Messe Hamburg hatte nach einem Gottesdienst im Michel pünktlich begonnen. Dieser Parteitag ist gleich in mehrerer Hinsicht ein Parteitag der Rekorde: Noch nie hat es drei Kandidaten für das Amt des Bundesvorsitzenden gegeben, noch nie war das Interesse der Öffentlichkeit so groß: Die Zahl der Journalisten ist größer als die der Delegierten. Hamburg ist zudem ein passender Ort für diesen Parteitag: In dieser Stadt ist Angela Merkel geboren, dort fand auch der Parteitag der Wiedervereinigung statt. 

Ovationen für Merkel

Am Morgen spricht Bundeskanzlerin Angela Merkel zuerst. Sie kommt erst einmal nicht dazu, ihre Begrüßung auszusprechen - kaum steht sie auf der Bühne, brandet Applaus auf, zahlreiche Delegierte applaudieren stehend. 

Und so ist auch die Stimmung im Plenarsaal: "Aufbruchstimmung", "Neubeginn", "Chance", "historischer Moment" - immer wieder fallen diese Begriffe, sowohl in direkten Gesprächen als auch in den Grußworten, immer wieder.   

Damit fing es an: Typisch Merkel. Knochentrocken.

Angela Merkel über ihr erstes Parteitagsmotto 

Es ist die Stunde des Abschieds  - so nennt Merkel selbst ihre letzte Rede als Bundesvorsitzende. Sie erinnert an ihr erstes Parteitagsmotto 2000. Es lautete: "Zur Sache". Merkel blickt zurück. "Das war gewöhnungsbedürftig. Da stand weder Zukunft, noch Deutschland. Damit fing es an: Typisch Merkel. Knochentrocken."

Auch das letzte Motto kommt ohne "Zukunft", ohne "Sicherheit", ohne "Deutschland" aus. Aber stehe all das nicht in den Buchstaben, fragt Merkel. 

Dass die CDU/CSU 50 Jahre die Regierung der Bundesrepublik gestellt habe, sei kein Anlass, stolz zu sein - sondern demütig. 

Sie spricht darüber, was die Partei ausmacht: "Konservativ zu sein bedeutet, zu bewahren, was uns stark macht und zu verändern, was uns hindert." Sie betont, wie wichtig es ist, zusammenzustehen, geschlossen aufzutreten - vor dem Hintergrund der bevorstehenden Wahl des neuen Vorsitzenden, die erstmals bei einem Parteitag zwischen drei Kandidaten entschieden werden muss, ein Satz von besonderer Bedeutung. 

Auf die Zeit "nach Merkel" einstellen

Was habe sie selbst der CDU vorenthalten? So manchen heftigen Angriff auf die Opposition. Sie habe bewusst darauf verzichtet, über so manches Stöckchen zu springen, das man ihr hingehalten habe. 

Warum sich die Wege nun trennen? Sie betont kurz, dass sie ja noch Bundeskanzlerin ist. "Doch es ist mein Verständnis, dass die Demokratie von der mehrheitlich getragenen Übereinkunft lebt." Mit dem neuen Bundesvorstand könne sich die CDU auf die Zeit "nach mir einstellen". 

Angela Merkel appelliert an die CDU, ihre Grundwerte beizubehalten: "Wir Christdemokraten grenzen uns ab, aber niemals grenzen wir aus. Wir streiten, und zwar nicht zu knapp, aber niemals hetzen wir oder machen andere Menschen nieder. Wir machen keine Unterschiede bei der Würde der Menschen, wir spielen niemanden gegen den anderen aus. Wir verlieren uns nicht in Selbstbeschäftigung, wir dienen den Menschen unseres Landes." 

Und sie wünscht ihrer Partei "Fröhlichkeit im Herzen". Von Dankbarkeit erfüllt nehme sie Abschied: "Es war mir eine Freude. Es war mir eine Ehre."

"Danke Merkel" - diesmal ganz anders

Es folgen Minuten, in denen die CDU-Delegierten und das ganze Präsidium ihr danken. Mit Applaus und Ovationen würdigen sie ihre Arbeit der vergangenen 18 Jahre. Zehn Minuten lang klatschen die Christdemokraten. 

So schätzt der Chefredakteur der Schwäbischen Zeitung Hendrik Groth die Abschiedsrede Merkels im Videokommentar ein:

"18 Jahre - in dieser Zeit hat der Hamburger SV 24 Trainer verbraucht" - so verweist der hessische Ministerpräsident Volker Bouffier auf die außergewöhnlich lange Dauer ihrer Arbeit. "Dank ihr ist es für eine ganze Generation ganz normal, dass an der Regierung eine Frau steht", würdigt Annette Widmann-Mauz die Kanzlerin. 

Das häufigste Statement lautet "Danke Angela". Und in diesem Zusammenhang hat es einen völlig anderen Klang als das oft zynisch verwendete "Danke Merkel" ihrer Gegner. Und selbst die, die ihr Fehler vorwerfen, bedanken sich - dafür, dass sie die Entscheidung getroffen hat, die nun den Neubeginn ermöglicht.

Baden-Württemberg mehrheitlich hinter Merz

Am Vorabend des Parteitags waren sich Beobachter aus Baden-Württemberg bereits einig: Die große Mehrheit ihrer Delegierten wird für Merz stimmen - zwischen 90 und 100 der 154 Vertreter aus dem Südwesten hätten ihre Unterstützung für den Sauerländer signalisiert, die meisten anderen hätten sich für Annegret Kramp-Karrenbauer ausgesprochen. Spahn liegt - übereinstimmend - in allen persönlichen Prognosen weit abgeschlagen hinten. 

Die große Zustimmung für den ehemaligen Fraktionsvorsitzenden in Baden-Württemberg sei vor allem auf seine Wirtschaftskompetenz zurückzuführen, sagt ein Insider. "Wenn er redet, hängen Vertreter der Wirtschaft an seinen Lippen." 

Der Baden-Württemberger Landesverband ist mit 154 Delegierten der zweitgrößte nach Nordrhein-Westfalen. 

Das sagen die Delegierten aus der Region vor der Wahl: 

Paul Glöckler (Kreisverband Alb-Donau): "Es ist das wichtigste, dass man streiten kann, aber nachher gemeinsam weitermacht." 

Isolde Weggen (Biberach) findet: "Wir brauchen alle drei." 

"Ich bin stolz, dass mein Bezirksverband Württemberg-Hohenzollern mehr Delegierte hat als das Saarland", sagt Thomas Bareiß (Sigmaringen): "Der heutige Tag ist ein Riesengewinn, das ist phänomenal. Wir erleben eine lebendige, dynamische Partei. Meine These ist: Friedrich Merz kann der Partei einige Enttäuschte zurückholen."

"Wir können nur gewinnen, denn alle drei Kandidaten sind sehr gut", sagt Waldemar Westermayer (Leutkirch). Er werde Merz wählen. Spahn traue er bis zu 20 Prozent der Stimmen zu. Doch auch, wenn er heute nicht die Wahl gewinnen werde: "Er kann trotzdem nur gewinnen. Er kann in seiner Rede mehr Menschen von sich überzeugen."

Gabi Messarosch (Kreisverband Ravensburg) wird für Merz stimmen. "Auch wenn er es nicht werden sollte, dann gönne ich mir heute Abend eine kleine Enttäuschungsrunde. Danach sind wir aber alle wieder zusammen." 

Eugen Abler (Bodnegg) wählt Merz - allerdings mit Bedenken, weil der ehemalige Fraktionschef die Politik verlassen hatte, als er sich nicht durchsetzen konnte: "Zum Dienen ist Merz nicht geboren, aber zum Führen." Abler ist für kritische Worte gegenüber der Parteispitze bekannt. Aber er ist hoffnungsvoll: "Merz kann unserer Partei einen neuen Frühling bescheren und könnte die AfD halbieren."

Josef Rief (Biberach): "Es wird spannend, das ist ein ganz wichtiger Parteitag für die CDU Deutschland."

Insgesamt durften am Freitag 1001 Delegierte abstimmen, davon 658 Männer. In ihren Reihen sitzen 18 Europa-Abgeordnete, 149 Bundestagsabgeordnete und 225 Abgeordnete aus Landtagen, Abgeordnetenhaus oder Bürgerschaft. 

Eine Empfehlung, welcher der drei Kandidaten gewählt werden soll, hatte der Baden-Württemberger Landesverband nicht abgegeben - anders als Wolfgang Schäuble, der sich für Merz ausgesprochen hat, und kurz darauf Peter Altmaier, der wiederum für Annegret Kramp-Karrenbauer plädierte. 

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