Angeklagter im Holzklotz-Prozess bricht Schweigen

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Deutsche Presse-Agentur

Im Prozess um den tödlichen Holzklotzwurf von einer Autobahnbrücke bei Oldenburg hat sich der Angeklagte erstmals vor Gericht zu dem Mord-Vorwurf geäußert.

„Ich bin nicht schuld an dem Unfall. Ich habe die Polizei angelogen“, verlas der Vorsitzende Richter am Landgericht Oldenburg einen Brief des 31- Jährigen an seinen Anwalt. Er habe bekannt werden wollen und sei zudem von der Polizei unter Druck gesetzt worden.

Der Drogensüchtige muss sich wegen Mordes verantworten. Er hatte zunächst zugegeben, am Ostersonntag 2008 den sechs Kilogramm schweren Holzklotz auf die Autobahn 29 geworfen zu haben. Dabei war eine zweifache Mutter aus Nordrhein-Westfalen ums Leben gekommen. Später widerrief der Verdächtige sein Geständnis und machte bislang vor Gericht keine Angaben.

Der Psychologe Max Steller aus Berlin sollte an diesem Morgen das mit Spannung erwartete Gutachten zur Glaubwürdigkeit des Angeklagten abgeben. Der Vorsitzende Richter zeigte sich verwundert darüber, dass der Anwalt zwei Briefe des Angeklagten aus den Monaten Januar und Februar erst jetzt überreichte. Er betonte zudem, dass die Erklärungen von Nikolai H. zu den Verhören bei der Polizei sich nicht mit anderen Zeugenaussagen deckten: „Er steht mit seiner Darstellung ziemlich einsam da.“   

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