Alles läuft gegen Annegret Kramp-Karrenbauer

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Frau schaut in die Kamera
Ausdruck vonMisstrauen (Foto: Roland Rasemann)
SabineLennartz

Keiner kann es so ganz erklären. Wie wurde aus der geschätzten Politikerin Annegret Kramp-Karrenbauer die verunsicherte CDU-Chefin, die ganz genau jedes Wort abwägt? Die so gar nicht in der Öffentlichkeit punkten kann. Vieles wird von ihren Gegnern hochgespielt: Von der angeblichen Rivalität mit Kanzlerin Angela Merkel bis hin zu der mit Jens Spahn. Klar ist aber auch, dass Kramp-Karrenbauer Fehler gemacht hat. Als sie anfangs versuchte, die Konservativen einzubinden und darüber die Mitte vergaß. Die Konservativen hat sie nicht überzeugen können, die anderen verprellt. Dass die Junge Union jetzt über eine Urwahl abstimmen lassen will, ist ein Ausdruck von Misstrauen gegen die CDU-Chefin.

Älteren Unions-Politikern aber dürfte das alles bekannt vorkommen. Schließlich wurde die „K-Frage“ im Jahr 2001 erfunden. Damals machte Angela Merkel sich erstmals auf, Kanzlerin zu werden. Viele hielten sie damals für nicht geeignet, unter anderem Friedrich Merz. Auch die Konservativen aus dem Südwesten sprachen sich mehrheitlich für eine Kanzlerkandidatur Edmund Stoibers aus, die ihnen erfolgversprechender erschien. Der Ausgang ist bekannt. Merkel verzichtete, Stoiber verlor die Wahl, SPD-Kanzler Gerhard Schröder regierte weiter. Und Angela Merkel kam drei Jahre später ins Kanzleramt.

s.lennartz@schwaebische.de

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