43 Millionen Deutsche müssen ihren Führerschein umtauschen

Lesedauer: 6 Min
Wer seinen Führerschein vor Januar 2013 erhalten hat, muss sich bald von ihm trennen.
Wer seinen Führerschein vor Januar 2013 erhalten hat, muss sich bald von ihm trennen. (Foto: dpa)
Digitalredakteur

Rund 43 Millionen Führerscheinbesitzer in Deutschland müssen nach Angaben des ADAC künftig ihren "Lappen" gegen europaweit einheitliche Dokumente eintauschen. Der Bundesrat entscheidet in seiner Sitzung am Freitag darüber, für wen welche Fristen gelten, um so den Verwaltungsaufwand in den Griff zu bekommen.

Konkret geht es um die Umsetzung einer europäischen Richtlinie, wonach bis zum 19. Januar 2033 alle vor dem 19. Januar 2013 ausgestellten Führerscheine umgetauscht werden müssen. 

Im Interesse der Bürger müsse daher sichergestellt werden, dass der Umtausch für den einzelnen ohne längere Wartezeiten möglich ist. Dass die EU-Richtlinie für zusätzlichen Aufwand sorgen wird, ist unbestritten. 

Alle 15 Jahre muss Führerschein erneuert werden

Grund für die Umtauschaktion ist eine EU-Richtlinie aus dem Jahr 2006. Damals wurde der Wunsch nach einem einheitlichen fälschungssicheren Führerscheindokument ab 2033 und einer Erfassung aller Führerscheine in einer Datenbank umgesetzt, um Missbrauch zu verhindern.

Nebeneffekt: Was für Führerscheine, die ab Januar 2013 ausgestellt wurden, bereits gilt, soll dann auch auf alle anderen Modelle übertragen werden - sie müssen nach 15 Jahren erneuert werden. Das führt jedoch nicht dazu, dass die Deutschen auch alle 15 Jahre ihre Fahrtauglichkeit unter Beweis stellen müssen. Die Fahrerlaubnis an sich gilt weiter unbefristet.

In einem ersten Schritt sollen die rund 15 Millionen bis zum 31. Dezember 1998 ausgestellten (Papier)-Führerscheine an der Reihe sein. Unter anderem auch, so wird es aus der Beschlussempfehlung des Verkehrsausschusses deutlich, da diese bislang noch nicht im zentralen Fahrerlaubnisregister gespeichert sind. Für Führerscheine bis Dezember 1998 ist das Geburtsjahr des Führerscheininhabers ausschlaggebend für den Stichtag des Umtausches. 

Bei Führerscheinen, die ab dem 1. Januar 1999 ausgestellt wurden, ist nicht mehr das Geburtsjahr des Besitzers maßgeblich, sondern das Ausstellungsjahr. Davon betroffen sind in einem zweiten Schritt weitere 28 Millionen Führerscheine. Der Grund für die differenzierte Herangehensweise: Auf den alten, vor 1999 ausgestellten Papier-Dokumenten ist das Ausstellungsdatum häufig nicht (mehr) erkennbar.

Bereits zum 19. Januar 2026 müssen dann beispielsweise Führerscheine umgetauscht sein, die zwischen 1999 und 2001 ausgestellt wurden. Die letzten Umtauschaktionen sollen im Januar 2033 abgeschlossen sein.

Ob der Bundesrat der Staffelung zustimmen wird ist laut den Experten des ADAC offen. Der Umtausch der alten Führerscheine in den kommenden Jahren hat nichts mit einer Erneuerung der Fahrtauglichkeit zu tun. Für den Umtausch benötigt man künftig den aktuellen Führerschein sowie einen gültigen Personalausweis oder Reisepass. Zuständig ist die Führerscheinbehörde des aktuellen Wohnsitzes.

Für Inhaber alter Führerscheine (rosa oder grau) gilt: Ist der Führerschein nicht von der Behörde des aktuellen Wohnsitzes ausgestellt worden, benötigt man zusätzlich eine sogenannte Karteikartenabschrift der Behörde, die den Führerschein ursprünglich ausgestellt hat.

Die Umtauschkosten werden ca. 25 Euro betragen. Wer den Umtausch verweigert und erwischt wird, riskiert ein Verwarnungsgeld in Höhe von zehn Euro. Dabei begehe man aber keine Straftat, betont der ADAC. Anders sehe das bei Lkw- und Bus-Führerscheinen aus.

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen