(Zusammenfassung 0730) Altpeter: Kondompflicht kriminalisiert Prostituierte (Foto — aktuell)

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Schwäbische Zeitung

Kriminell ist der Freier, nicht die Prostituierte. In diesem Sinne möchte Sozialministerin Altpeter dem Sexgewerbe den Kampf ansagen.

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Kriminell ist der Freier, nicht die Prostituierte. In diesem Sinne möchte Sozialministerin Altpeter dem Sexgewerbe den Kampf ansagen. Ziel könne ein Prostitutionsverbot sein — so wie in Schweden.Stuttgart (dpa/lsw) — Das saarländische Verbot für käuflichen Sex ohne Kondom geht aus Sicht von Baden-Württembergs Sozialministerin Katrin Altpeter (SPD) in die falsche Richtung. „Mit der Kondompflicht werden nur Prostituierte verfolgt und kriminalisiert, während die Freier ungeschoren davonkommen“, sagte Altpeter der Nachrichtenagentur dpa in Stuttgart. Die Verstöße der Freier könnten in der Regel nicht kontrolliert werden, Prostituierte aber sehr wohl durch sogenannte Scheinfreier der Ordnungsämter. „Eine solche Kondompflicht geht einseitig zulasten der Frauen.“Trotzdem sei sie offen für eine Kondompflicht, sagte Altpeter. „Wenn jemand einen Weg findet, wie bei einer Kondompflicht die Freier bestraft werden können, die den ungeschützten Sex verlangen, dann kann man mit mir immer darüber reden“, sagte Altpeter.Die SPD-Politikerin hat dem Sexgewerbe den Kampf angesagt. „Es ist an der Zeit, über ein Prostitutionsverbot nach schwedischem Vorbild nachzudenken“, sagte Altpeter. Dabei würden nur die Freier, nicht aber die Prostituierten bestraft, wie das Ministerium mitteilte. Möglicherweise werde man eine Initiative im Bundesrat in Gang setzen.Gestärkt fühlt sich Altpeter durch eine Resolution des Europäischen Parlaments. Darin wird das nordische Modell empfohlen, weil es Prostitution als eine „Verletzung der Menschenrechte und als eine Form von Gewalt gegen Frauen“ einstufe. „Es kriminalisiert diejenigen, die für Sex bezahlen, und nicht die, die ihn verkaufen“, heißt es in einer Pressemitteilung des Parlaments.Schwarz-Rot im Saarland hatte vergangene Woche ein Maßnahmenpaket zur Eindämmung der Prostitution beschlossen. Käuflicher Sex ohne Kondom ist künftig verboten. Zudem sieht das Paket die Verschärfung des Polizeigesetzes nach bayerischem Vorbild vor, damit vor allem der Straßenstrich, aber auch Bordelle und Sex-Wohnungen leichter kontrolliert werden können. Geplant ist auch drastische Einschränkung des Straßenstrichs in Saarbrücken.Die Deutsche Aids-Hilfe hält das für ein „Schaufensterprojekt“. Kondompflicht und Repression seien gefährlich, erklärte der Vorstand der Aids-Hilfe, Manuel Izdebski. Das Paket werde mehr schaden als nutzen. „Repression führt nicht zu mehr Schutz vor HIV und Gewalt, sondern verdrängt Sexarbeit in dunkle Ecken.“ Damit sei niemandem geholfen.Izdebski verwies auf „schlechte Erfahrungen“ aus Bayern, wo bereits seit 13 Jahren eine Kondompflicht gelte. Die Polizei setze dort verdeckte Ermittler ein, die nach ungeschütztem Sex fragten. Erklärten sich die Sexarbeiterinnen dazu bereit, erfolge eine Anzeige. Am Ende stünden meist die Frauen am Pranger. dpa-Notizblock# Internet - [Sozialministerium](http://dpaq.de/SReGa)# Orte - [Sozialministerium](Schellingstraße 15, 70174 Stuttgart, Deutschland) * * * Die folgenden Informationen sind nicht zur Veröffentlichung bestimmt# Ansprechpartner - Pressestelle Sozialministerium, +49 711 1233549, „presse@sm.bwl.de”# dpa-Kontakte - Autor: Roland Böhm (Stuttgart), +49 711 1626237223, „boehm.roland@dpa.com” - Redaktion: Antonia Lange (Stuttgart), +49 711 1626237220, „stuttgart@dpa.com” - Foto: Newsdesk, +49 30 2852 31515, „foto@dpa.com”dpa rob yysw z2 lan030724 Mrz 14

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