Von Gambia nach Göttlishofen

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"Ich liebe Deutschland", sagt der 20-jährige Mohammed aus Gambia.
Schwäbische Zeitung

Eine Unterkunft. Fünf Zimmer. 13 junge Afrikaner. Asylbewerber aus Nigeria, Kamerun und Gambia leben im Obergeschoss des ehemaligen Feuerwehrhauses in Göttlishofen (Kreis Ravensburg).

Eine Unterkunft. Fünf Zimmer. 13 junge Afrikaner. Asylbewerber aus Nigeria, Kamerun und Gambia leben im Obergeschoss des ehemaligen Feuerwehrhauses in Göttlishofen (Kreis Ravensburg). Einer von ihnen ist der 20-jährige Mohammed. Er fühlt sich in der Gemeinde wohl. Seinen Nachnamen will er nicht auf einem Nachrichtenportal lesen. Mohammed stammt aus dem westafrikanischen Gambia. Vor einem Monat ist er nach Deutschland gekommen. Eine Teilstrecke seiner Flucht hat er auf einem Flüchtlingsboot verbracht, rund 700 Euro hat er für die Überfahrt bezahlt, so war es abgesprochen. Doch die Schlepper nahmen ihm seine gesamten Ersparnisse ab, damit kostete ihn seine Flucht nach Deutschland insgesamt etwa 3000 Euro. Er berichtet, dass er „viele Leichen“ gesehen hat und von Fischern gerettet wurde. Deutschland erreicht er mit dem Zug, schläft zunächst auf der Straße. Einen Monat verbringt er in Karlsruhe in der sogenannten Landeserstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge. Diesen Namen trägt die Anlage, in der alle Flüchtlinge des Landes Baden-Württemberg ihren Asylantrag stellen. Nach vier Wochen reist Mohammed weiter nach Göttlishofen. Jeden Tag geht er in dem 490-Einwohner-Dorf zur Schule und lernt Deutsch. Sein Fazit: „Ich mag es.“ Zu seinen Angehörigen habe er keinen Kontakt mehr. Und fügt hinzu: „Ich bin hier her gekommen, um mein Leben zu retten.“

Text: David Köndgen, Fotos: Roland Rasemann

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