Zauberwürfel aus den Achtzigern sind wieder da

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Deutsche Presse-Agentur

Eigentlich sehen sie so aus, als wären sie im Null-Komma-Nix zu lösen. Und doch treiben sie viele Erwachsene und Jugendliche immer wieder zur Verzweiflung: Zauberwürfel waren schon in den achtziger Jahren extrem beliebt.

Unzählige Menschen beinahe aller Altersklassen drehten an dem Würfel mit den 26 bunten Einzelsteinchen und hatten nur ein Ziel: das Farben-Wirrwarr wieder zu ordnen. Dann war der Zauberwürfel jedoch lange in der Versenkung verschwunden - und feiert nun sein Comeback. Jugendliche sind fasziniert von dem preiswerten Geduldspiel, während ihre Eltern sich an früher erinnert fühlen.

Der Zauberwürfel wurde Mitte der siebziger Jahre von dem ungarischen Wissenschaftler Erno Rubik erfunden. Ursprünglich war der bunte Würfel nur für seine Studenten gedacht, damit die ihre räumliche Vorstellungskraft üben konnten. Doch dann trat der Würfel - der nach seinem Erfinder auch Rubiks Cube heißt - seinen Siegeszug um die Welt an. 1980 wurde er in Deutschland mit dem Sonderpreis Bestes Solitärspiel der Jury „Spiel des Jahres“ ausgezeichnet, und in vielen Ländern löste er eine regelrechte Würfelitis aus.

„Der Reiz des Würfels ist der, den alle Probleme mit einem gewissen intellektuellen Anspruch haben: Man will ein Erfolgserlebnis haben“, erklärt der Mathematikprofessor Ehrhard Behrends von der Freien Universität Berlin das wiederentdeckte Spiel-Phänomen. „Wenn jemand das Geduldsspiel löst, kann das regelrecht Glückhormone aussetzen.“

Doch einfach ist das beileibe nicht. „Blindes Ausprobieren allein klappt nur in den seltensten Fällen“, sagt Behrends. Stattdessen brauche man ein gewisses Vorwissen und etwas räumliches Vorstellungsvermögen. Denn wer nicht vorausahnt, wie der Würfel nach einer Drehung aussieht, kann die nächsten Schritte nicht planen, sondern dreht immer wieder nur aufs Neue drauflos.

Es gibt auch nicht nur einen Lösungsweg. „Billionen Lösungen sind möglich“, sagt Behrends. Denn je nachdem, wie der Würfel verdreht wurde, gibt es unterschiedliche Möglichkeiten, das Farbenchaos wieder zu ordnen. Mathematisch gesehen ist der Würfel damit ein perfektes Beispiel, um Sachverhalte der Gruppentheorie zu illustrieren. Dabei werden die Seitenflächen des Würfels als Grundmenge angesehen, die mit verschiedenen Dreh-Aktionen durcheinandergebracht werden.

Doch selbst Mathe-faule Jugendliche entdecken das Geduldspiel für sich. Millionen Mädchen und Jungen stecken sich weltweit gegenseitig mit dem Würfelfieber an und präsentieren auf der Internetplattform Youtube stolz kurze Filme ihrer Erfolge. Außerdem gibt es mittlerweile sogar Meisterschaften, bei denen es auf die Geschwindigkeit ankommt, das sogenannte Speedcubing.

Stundenlanges Knobeln ist dabei nicht gefragt. Im Gegenteil. Jugendliche verehren diejenigen als Helden, die den Würfel schnell und mit möglichst wenig Drehungen wieder in die Ausgangssituation bringen kann. Doch da auch das mal langweilig werden kann, gibt es auch dabei extreme Varianten: Beim Blindfold Cubing beispielsweise prägt man sich zunächst den verdrehten Zauberwürfel ein - und löst ihn dann mit verbundenen Augen.

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