Yahoo!-Manager sieht viel Bewegung beim Mobilfunk

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Deutsche Presse-Agentur

Die Mobilfunk-Branche fängt nach Ansicht des Yahoo!-Managers Marco Boerries erst an, für den Verbraucher interessant zu werden.

„Wir stehen noch ganz am Anfang der Entwicklung“, sagte Boerries, der bei dem amerikanischen Internet-Konzern den Aufbau mobiler Dienste betreut, der Deutschen Presse-Agentur dpa auf dem Mobile World Congress in Barcelona. Eine der nächsten großen Herausforderungen werde es sein, das Mobiltelefon tatsächlich nahtlos mit dem Internet zusammenzuführen. Dafür müsse auch die Öffnung der verschiedenen Systeme und Plattformen vorangetrieben werden.

Den derzeitigen Stand der Entwicklung in der Mobilfunk-Industrie vergleicht Boerries mit dem Internet aus dem Jahr 1996. „Wir haben gerade das Dial-Up-Modem abgeschaltet und sind erstmals mit einer ISDN-Leitung verbunden.“ Die technische Leistung der Geräte sei bei der weiteren Entwicklung kaum ein Hindernis. „Ein Technologie-Problem haben wir nicht.“ Vordringlichstes Ziel müsse es dagegen sein, eine ausgereifte Infrastruktur aufzubauen, die richtigen Partner zusammenzubringen und den Nutzern ein neuartiges Erlebnis zu bieten.

Um das Potenzial bei der Entwicklung des mobilen Internet-Zugangs optimal auszuschöpfen, seien offene Plattformen eine der Grundvoraussetzungen, sagte Boerries. Yahoo! hatte am Dienstag in Barcelona seinen runderneuerten Dienst Yahoo! Mobile für Handys und Smartphones angekündigt.

Über die Software kann der Nutzer sein Mobiltelefon mit verschiedenen Diensten wie E-Mail-Programm, Instant Messenger, Nachrichtentickern, einem YouTube-Zugang oder auch dem Direktzugriff auf die Suche des Konkurrenten Google individuell gestalten. Damit solche Dienste erfolgreich sind, müssen sie offen für andere Entwickler sein, betonte der Yahoo!-Manager.

Bei den Geräte-Herstellern mit ihren verschiedenen Betriebssystemen erwartet Boerries in den kommenden Jahren eine Konsolidierung. „Bislang haben wir unsere Produkte für sieben oder acht Plattformen entwickeln müssen.“ Das werde sich in Zukunft ändern. Vermutlich würden sich auf längere Sicht tatsächlich nur drei Betriebssysteme im Mobilfunkmarkt behaupten können. „Bis dahin wird es aber weit länger als sechs Jahre dauern.“ Analysten hatten kürzlich vorausgesagt, dass zum Jahr 2015 nur noch drei Handy-Betriebssysteme den Markt dominieren werden.

Gespräch: Renate Grimming, dpa

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