„Wissenschaftssprache Deutsch liegt im Sterben“

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Deutsche Presse-Agentur

Die Wissenschaftssprache Deutsch liegt nach Ansicht des Deutschen Kulturrates „im Sterben“. Diese Diagnose sei am Montagabend bei einer Anhörung des Unterausschusses Auswärtige Kultur- und Bildungspolitik im Bundestag einmütig gestellt worden.

Das teilte die Spitzenorganisation der Bundeskulturverbände am Dienstag mit. Deutsch als Wissenschaftssprache verliere immer mehr an Bedeutung.

Die deutsche Sprache, die sowohl in den Natur-, in den Ingenieur- als auch den Geisteswissenschaften einmal weltweite Geltung gehabt habe, habe in den Naturwissenschaften bereits heute so gut wie keine Bedeutung mehr. Nur noch ein Prozent der veröffentlichten naturwissenschaftlichen Beiträge erschiene in deutscher Sprache. Bei ausländischen Wissenschaftlern, die als Gäste nach Deutschland kommen, entstehe, wie in der Anhörung deutlich geworden sei, „immer mehr der Eindruck, dass Deutschkenntnisse nicht erforderlich sind, um in den Hochschulen und den außeruniversitären Forschungseinrichtungen mit den Kollegen kommunizieren zu können: Englisch reicht aus.“

Selbst bei Tagungen in Deutschland sei zunehmend Englisch die alleinige Verkehrssprache, kritisierte der Kulturrat. „Geradezu absurd ist, wenn Professoren mit Muttersprache Deutsch ihre Studierenden mit ebenfalls Muttersprache Deutsch an deutschen Hochschule in Englisch unterrichten sollen.“ Der Geschäftsführer des Deutschen Kulturrates, Olaf Zimmermann, meinte dazu am Dienstag, das Festhalten an der Wissenschaftssprache Deutsch habe „nichts mit Deutschtümelei oder gar Nationalismus zu tun“. Es gehe vielmehr um die Sicherung der kulturellen Vielfalt und den Erhalt kultureller Eigenständigkeit.

Es sollte daher selbstverständlich sein, dass auch bei internationalen Tagungen hierzulande Deutsch eine der Verkehrssprachen ist. Ebenso müssten die Geisteswissenschaften, in denen Deutsch als Wissenschaftssprache noch eine größere Bedeutung habe, gestärkt werden.

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