Wenn ich bleibe

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Wenn ich bleibe
Nach einem schweren Autounfall erwacht Mia (Chloë Grace Moretz) in einer Zwischenwelt . (Foto: Doane Gregory/Warner Bros. Entertainment/RTL I / DPA)
Deutsche Presse-Agentur
Barbara Munker

US-Autorin Gayle Forman schreibt aus Erfahrung. Die Inspiration für ihren Bestseller „Wenn ich bleibe“ war der Unfalltod von engen Freunden.

Hollywood hat die Teenager-Romanze mit Chloë Grace Moretz vor wenigen Jahren auf die Leinwand gebracht. Doch so erfolgreich das Jugendbuch war - die Verfilmung aus dem Jahr 2014 blieb damals eher ein Geheimtipp. In Deutschland zahlten gerade einmal 84.000 Leute dafür Eintritt. Das ist schade, denn „Wenn ich bleibe“ ist hochkarätig besetztes einfühlsames Hollywood-Kino. An diesem Samstag um 20.15 Uhr ist das Jugenddrama bei RTL II zu sehen.

Mia und Adam haben sich Hals über Kopf ineinander verliebt, auch wenn sie auf den ersten Blick überhaupt nicht zusammen passen. Die High-School-Schülerin ist eine begabte Cellistin, die auf klassische Musik steht. Der dunkelhaarige Mädchenschwarm ist ein angehender Indie-Rocker mit einer eigenen Band. „Wenn ich bleibe“ könnte eine gewöhnliche Schnulze über die üblichen Teenagersorgen sein. Doch die Verfilmung des Jugendbuch-Bestsellers geht weit darüber hinaus.

Es geht um ein kämpferisches Mädchen und eine junge Liebe im Schatten des Todes: Mia wird durch einen schweren Unfall auf die Probe gestellt.

Die 17-jährige Cellistin, 2014 von Hollywoods damals gleichaltrigem Nachwuchstalent Chloë Grace Moretz gespielt, schaut in Flashbacks auf ihr Leben zurück. Dabei meistert Moretz eine Doppelrolle, mal die lebendige Mia, mal das Mädchen im Koma, nach einem Unfall auf einer verschneiten Landstraße, bei der die Eltern und der Bruder sterben. Sie ist quasi in einem Schwebezustand zwischen Leben und Tod. Barfuß rennt sie durch die Krankenhausflure, doch niemand kann sie sehen.

„Bitte bleib“, ruft ihr Adam am Krankenbett verzweifelt zu. Das könnte leicht ins kitschig-rührselige Melodrama abgleiten, tut es aber nicht. Es ist ein anrührender Film, aber Regisseur R.J. Cutler verzichtet auf allzu sentimentale Seichtheiten.

In „Wenn ich bleibe“ geht es um wichtige Lebensentscheidungen: Wie nabelt man sich von den Eltern ab? Wie weit kann man sich auf seine Freunde verlassen? Ist die junge Liebe wichtiger als die Karriere?

Bei Mia läuft anfangs alles glatt. Sie hat coole Eltern, die zwar auf Rockmusik stehen, aber das Klassik-Talent ihrer Tochter fördern. Stacy Keach spielt den liebevollen Opa, der das Mädchen zum Vorspielen für die Aufnahme an der berühmten Musikakademie begleitet. Doch vor allem hat sie Adam (Jamie Blackley), der das musikbesessene, etwas scheue Mädchen den frecheren Rockgören vorzieht.

Zwischen dem britischen Schauspieler Blackley („Inside WikiLeaks - Die fünfte Gewalt“) und Moretz stimmt die Chemie. Sie küssen und sie streiten sich. Der Frust wächst, als sich Mia für das Musikstudium in New York bewirbt. Soll sie zugunsten ihrer großen Liebe darauf verzichten, aus ihrer Westküsten-Heimat Oregon wegzuziehen?

Vieles in „Wenn ich bleibe“ ist vorhersehbar. Doch Moretz hält den Zuschauer mit ihrer eindringlichen Gratwanderung zwischen Leben, Tod und wichtigen Entscheidungen in der Schwebe. Man nimmt ihr die leidenschaftliche Liebe für ihr Cello ab, mehr noch als ihre Zuneigung für Adam.

Die Jungschauspielerin hat es seit dem Schocker „Amityville Horror“ weit gebracht. Nach ihrem Auftritt in dem Action-Spektakel „Kick-Ass“ holte Martin Scorsese sie für „Hugo Cabret“ vor die Kamera. Es folgten Tim Burtons „Dark Shadows“ und das Remake des Kultklassikers „Carrie“. Tränen, Angst und Lacher - in „Wenn ich bleibe“ fesselt Moretz mit allen Emotionen.

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