Walter Plathe als „Zille“ gefeiert

Lesedauer: 3 Min
Deutsche Presse-Agentur

Im Berliner Theater am Kurfürstendamm ist der Schauspieler Walter Plathe („Der Landarzt“) am Sonntagabend als Heinrich Zille in der Uraufführung des neuen Theaterstücks „Zille“ von Horst Pillau stürmisch gefeiert worden.

Die Rolle des 1929 gestorbenen Zeichners und Malers der kleinen Leute aus dem Berliner Arbeitermilieu ist dem am Alexanderplatz aufgewachsenen Schauspieler Plathe wie auf den Leib geschrieben.

Plathe ist zudem Mitglied der Zille-Gesellschaft und beschäftigt sich seit langem mit „Pinselheinrich“, seinem Werk und seinem Engagement für die sozial Benachteiligten in der Gesellschaft. „Warum haste denn die Welt so unjerecht einjerichtet?!“ klagt der Maler unter Tränen in dem Stück auch mal seinen Herrgott an.

Eigentlich ist das neue Stück von Pillau, dem Autor von Volksstücken wie „Der Kaiser vom Alexanderplatz“, eher ein Bilderbogen einzelner Szenen aus dem Leben des „Rinnsteinmalers“, wie Zille im kaiserlichen Berlin von „höheren Kreisen“ abfällig genannt wurde. Die Szenen schildern den Weg Zilles vom unbekannten Zeichner aus der Welt der Berliner Kneipen und Hinterhöfe bis zum anerkannten Künstler der Reichshauptstadt.

Dabei treten auch Zeitgenossen und Weggefährten wie der Malerkollege und Akademiepräsident Max Liebermann, die Berliner Chansonsängerin Claire Waldoff („Wer schmeißt denn da mit Lehm“) und Kaiser Wilhelm persönlich auf. Zu den Mitwirkenden gehören unter anderem Maria Mallé, Luise Schnittert, Reiner Heise und Oliver Trautwein, die allesamt mehrere Rollen übernehmen. Musikalisch untermalt wird die Zille-Revue natürlich mit der „urberliner“ Musik von Walter und Willi Kollo. Der Nachfahre der berühmten Musikerfamilie, Opernsänger René Kollo, war unter den Premierengästen.

www.komoedie-berlin.de

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen