Von Künstlern und Nazis: „Hitlers München“

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Deutsche Presse-Agentur

Münchens Image changiert zwischen Weißbierseligkeit und großzügiger Weltoffenheit. Ungern blickte man dagegen lange Zeit auf die braune Vergangenheit als „Hauptstadt der Bewegung“ zurück.

Erst seit kurzem arbeitet Hitlers einstige Lieblingsstadt dieses finstere Kapitel etwa mit der Eröffnung eines NS-Dokumentationszentrums auf. Warum konnte ausgerechnet das gemütliche München zur Keimzelle des Nationalsozialismus werden? Diese Frage hat der amerikanische Historiker David Clay Large in seinem brillanten Buch „Hitlers München“ mit am besten beantwortet.

Das 1997 erstmals erschienene Werk ist jetzt in einer aktualisierten und erweiterten Neuauflage erhältlich. Meisterhaft beschreibt Large den Mikrokosmos jener Stadt zu Beginn des 20. Jahrhunderts, in dem nicht nur exzentrische Dichter und Spinner, sondern auch Reaktionäre und Rechtsradikale ein günstiges Umfeld fanden.

Ein Schlüsselmoment war dabei 1919 die linke Räterepublik. Gerade deren Exzesse bereiteten der Rechten den Boden, auf dem auch ein Hitler gut gedeihen konnte.

- David Clay Large: Hitlers München. Aufstieg und Fall der Hauptstadt der Bewegung, C.H. Beck Verlag, München, 512 Seiten, 19,95 Euro, ISBN 978-3-406-72512-8.

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