Viel Applaus: Wiederaufnahme von Pina Bauschs „Macbeth“

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Macbeth
Johanna Wokalek und Jonathan Fredrickson bei den Proben. (Foto: Milan Nowoitnick Kampfer/Tanztheater Wuppertal / DPA)
Deutsche Presse-Agentur

Kurz vor dem zehnten Todestag der Choreographin Pina Bausch ist am Tanztheater in Wuppertal eines ihrer lange nicht mehr gespielten Stücke wieder auf die Bühne gekommen.

Die Neueinstudierung der vor 41 Jahren entstandenen Version des Shakespeare-Dramas „Macbeth“ wurde am Freitagabend vom Publikum mit viel Applaus bedacht. Darin spielen die Schauspieler Johanna Wokalek, bekannt aus dem Film „Die Päpstin“, und Maik Solbach sowie sieben Mitglieder des Tanzensembles mit. Proben und Vorarbeiten hatten Monate gedauert.

Der Inhalt des Bühnen-Klassikers um Königsmord, Macht und Schuld blitzt nur gelegentlich auf in der dreieinhalb Stunden langen Inszenierung, der man das Alter nicht anmerkt. Johanna Wokalek erzählt die Handlung in kurzen Abschnitten, sich ständig die Lippen schminkend. Es wird wenig gesprochen, die neun Darsteller sind ständig in Bewegung auf der karg bestückten Bühne, getanzt wird nicht in diesem Schauspiel-Stück.

Immer wieder wechseln die Szenen. Anfangs wälzen sich alle viele Minuten lang, scheinbar von Alpträumen geplagt, im Schlaf, laufen zur Musik zwischen Stühlen und Sofas umher, singen Kinderlieder. Währenddessen läuft durch einen Gartenschlauch immer mehr Wasser auf die Bühne. Gegen Ende stürzt sich Schauspieler Maik Solbach hinein in die große Pfütze.

Die Uraufführung war 1978 am Schauspielhaus in Bochum. Dessen damaliger Intendant Peter Zadek (1926-2009) hatte Bausch eingeladen, ihre Version von „Macbeth“ zu entwickeln, die Musik steuerte der inzwischen gestorbene Komponist Peer Raben bei. Der ungewöhnlich lange Titel ist einer Regieanweisung Shakespeares entnommen: „Er nimmt sie an der Hand und führt sie in das Schloß, die anderen folgen“. Der Neueinstudierung wurde geleitet von Darstellern der Uraufführung.

Dass dieses Stück von Pina Bausch wieder auf die Bühne kommt, sei ein langjähriger Herzenswunsch des Ensembles, erklärte das Tanztheater. Bei dieser Inszenierung hatte Bausch begonnen, die Darsteller intensiv in die Arbeit einzubeziehen. Diese dann beibehaltene Methode prägte in der Folge die Arbeit des Tanztheaters.

Bei der Uraufführung war das Stück ein Skandal, weil seine Form in keiner Weise der klassischen Form und auch nicht den Erwartungen des Publikums entsprach. In Wuppertal werden im Mai insgesamt acht Vorstellungen gespielt.

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