Verbandschef Oetker: Keine Kurzarbeit in Forschung

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Deutsche Presse-Agentur

Deutschlands Firmen sollten nach Ansicht des Stifterverbandschefs und Unternehmers Arend Oetker bei ihren aktuellen Sparprogrammen die Forschungsabteilungen verschonen.

„Auch wenn die Krise jetzt deutlich schärfer geworden ist - die Forschung und Entwicklung muss von Kürzungen möglichst ausgenommen werden“, sagte Oetker anlässlich seines 70. Geburtstages an diesem Montag (30.3.) der Deutschen Presse-Agentur (dpa) in Essen. In den Labors würden schließlich die Produkte für die Nachfrage von morgen generiert. „Know-how-Träger sollten unbedingt gehalten werden.“

Allerdings könnten Unternehmen eher als bisher bei Projekten die Bremse ziehen, deren Produktreife sich in voraussehbarer Zeit nicht abzeichne. „Und der Staat muss gerade jetzt bei der Forschungsförderung etwa durch die Exzellenzinitiative einen Schlag mehr tun.“ Auch in der Krise dürfe die Bundesregierung nicht von dem Ziel abrücken, drei Prozent des Bruttoinlandsproduktes für die Forschung auszugeben. Bisher stagnieren die Forschungsausgaben bei gut 2,5 Prozent und liegen damit deutlich unter denen etwa in Japan und den USA.

Der promovierte Betriebswirt und Politologe Arend Oetker führt über eine Holding unter anderem die Schwartauer Werke (Marmelade) und ist im Schifffahrts-, Saatgutgeschäft und Rohstoffhandel aktiv. Arend Oetker ist der Cousin des Bielefelder Großindustriellen August Oetker. Als Präsident des Stifterverbandes für die deutsche Wissenschaft engagiert sich Arend Oetker vor allem für die Verbesserung der Lehre an Hochschulen. Junge Leute sollten, auch wenn das Geld knapper werde, auf jeden Fall versuchen, außerhalb des häuslichen Umkreises zu studieren, riet er. Studenten sollten auch Stipendien für ein Auslandsjahr nutzen. Er wies darauf hin, dass in Bewerbungsgesprächen immer mehr auf eine zweite Fremdsprache neben Englisch gesetzt werde.

www.stifterverband.de

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