United Internet rutscht tief in die roten Zahlen

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Deutsche Presse-Agentur

Der Internet-Dienstleister United Internet (GMX, 1&1, WEB.DE) ist im vergangenen Jahr wegen Abschreibungen auf seine Beteiligungen tief in die roten Zahlen gerutscht.

Der Verlust betrug 121,5 Millionen Euro, wie das Unternehmen am Mittwochabend mitteilte. Im Jahr davor hatte United Internet noch 155,4 Millionen Euro Gewinn verbucht. Das operative Geschäft lief mit einer Umsatzsteigerung von knapp elf Prozent trotz der Flaute auf dem Werbemarkt vergleichsweise robust. Für 2009 rechnet United Internet allerdings nur noch mit einem leichtem Umsatzwachstum. Die Dividende für 2008 wurde gestrichen.

Die Abschreibungen belasteten das Ergebnis mit 275,4 Millionen Euro. Sie gehen auf Wertminderungen der Anteile an den Telekom- Firmen Freenet, Versatel und Drillisch sowie dem Werbeunternehmen Goldbach Media zurück, deren Aktienkurse im vergangenen Jahr stark gefallen waren.

Angesichts der Wirtschaftskrise blickt United Internet vorsichtig auf 2009. Nach Jahren mit teils rasantem Wachstum beim Umsatz und Gewinn wäre Unternehmenschef und Großaktionär Ralph Dommermuth dieses Mal schon mit einem leichten Umsatzplus und einem stagnierenden Gewinn zufrieden. „Wir werden im ersten Halbjahr nicht so gut abschneiden wie im Vorjahr. Dafür werden wir in der zweiten Jahreshälfte wieder zulegen“, sagte er am Donnerstag in Frankfurt.

Bei der Zahl der Kundenverträge rechnet United Internet mit einem geringeren Wachstum als zuletzt. Die Zahl der Verträge solle 2009 um rund sechs Prozent oder 500 000 auf 8,45 Millionen steigen, sagte Dommermuth. Im vergangenen Jahr stieg die Kundenzahl um 800 000 auf 7,95 Millionen. Im DSL-Bereich dürfte es 2009 nur noch leichtes Wachstum geben. Im vergangenen Jahr gewann United Internet 230 000 neue DSL-Kunden. Mit 2,82 Millionen Verträgen ist das Unternehmen in Deutschland in diesem Markt die Nummer drei hinter der Deutschen Telekom und Vodafone.

Zu den Beteiligungen an Freenet, Versatel und Drillisch sagte Dommermuth: „Da sind wir alles andere als stolz darauf.“ Er setzt jetzt vor allem darauf, den Einfluss bei den Unternehmen auszubauen.

Im vergangenen Jahr steigerte United Internet den Umsatz konzernweit um elf Prozent auf 1,65 Milliarden Euro und verdiente vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) 319 Millionen Euro und damit etwa drei Prozent mehr als im Vorjahr. Im vierten Quartal konnte das Unternehmen, das sein Geld vor allem mit dem sogenannten Webhosting - der Bereitstellung von Internetseiten - verdient, den Erlös allerdings kaum mehr steigern und musste auch einen Gewinnrückgang verkraften. Deswegen wurden auch die noch im November ausgerufenen Unternehmensziele nicht erreicht.

Dommermuth, der mit einem Anteil rund 36 Prozent der größte Einzelaktionär ist, dementierte zuletzt aufgekommene Gerüchte über einen möglichen Verkauf des Unternehmens an den spanischen Telekomkonzern Telefónica. „Darüber hat es keine Gespräche gegeben.“

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