Uffizien verlangen geraubtes Bild zurück

Lesedauer: 2 Min
Uffizien-Direktor
Eike Schmidt, deutscher Direktor der Uffizien, mit einer Fotografie des Ölgemäldes „Vaso di Fiori“ von Jan van Huysum. (Foto: Uffizien-Gemäldegalerie Florenz / DPA)
Deutsche Presse-Agentur

Die Uffizien-Gemäldegalerie in Florenz verlangen von Deutschland ein Bild zurück, das nach Angaben des Museums von deutschen Soldaten im Zweiten Weltkrieg geraubt wurde.

Das Ölgemälde „Vaso di Fiori“ des holländischen Malers Jan van Huysum (1682-1749) befinde sich bei einer Familie in Deutschland, die es nach all dieser Zeit trotz zahlreicher Anfragen des italienischen Staates immer noch nicht an das Museum zurückgegeben habe, erklärte der deutsche Direktor der Gemäldegalerie, Eike Schmidt, am Dienstag.

Das Werk sei von Wehrmachtsoldaten geraubt worden und sei jahrzehntelang verschwunden gewesen und erst 1991 nach der Wiedervereinigung aufgetaucht. Verschiedene „Vermittler“ hätten sich seitdem mit den italienischen Behörden in Verbindung gesetzt und eine Ablösesumme verlangt. „Eine so absurde Forderung, dass letztens die Staatsanwaltschaft Florenz Ermittlungen eröffnet hat“, hieß es in der Mitteilung der Uffizien. Das Gemälde sei im Besitz des italienischen Staates und daher nicht „veräußerbar oder erhältlich“.

„Deutschland hat die moralische Pflicht, dieses Werk unserem Museum zurückzugeben“, sagte Schmidt. „Wegen dieser Affäre (...) sind die Wunden des Zweiten Weltkriegs und des Nazi-Terrors immer noch nicht verheilt.“ In welcher der Familie und in welcher Region sich das Bild befindet, konnte ein Museumssprecher nicht sagen.

Mitteilung der Uffizien

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen