Udo Lindenberg für drei Echos nominiert

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Deutsche Presse-Agentur

Bei Rockmusiker Udo Lindenberg (62) ist alles im „Echo-Lot“: Bereits bei der ersten Verleihung des Musikpreises Echo 1992 bekam er die Trophäe - und schon damals für sein Lebenswerk.

„Ich hatte immerhin zwei Jahrzehnte für die deutsche Lässigsprache gepowert. Wahrscheinlich dachten die, dass nichts Entscheidendes mehr von mir kommen wird - eben Ende im Gelände“, sagte Lindenberg der Deutschen Presse-Agentur dpa in Hamburg. Doch 17 Jahre später hat er sich nicht zur Ruhe gesetzt, sondern geht am Samstag mit drei Nominierungen wieder ins Rennen um den Preis. Lindenberg: „Hat wohl keiner geahnt, dass der Erfinder der Gummi- und Schleuderfixsprache mit seinem rockigen Straßenschnack auch 2009 noch am Start ist.“

Der Echo wird in diesem Jahr zum 18. Mal verliehen, die Gala steigt in der Berliner O2 World. Lindenberg ist sowohl als bester nationaler Künstler als auch für das Album des Jahres und die beste Musik-DVD nominiert. „Statt Eierlikör gibt's für mich nur noch Preiselbeerschnaps“, sagt er grinsend in Anspielung auf die Preise, die er seit seinem Comeback im vergangenen Jahr abgeräumt hat. Mit „Stark wie Zwei“, seinem ersten Album nach acht Jahren Pause, hatte der selbst ernannte „Pate der deutschsprachigen Rockmusik“ Erfolge bei Fans und Kritikern gleichermaßen gefeiert. „Bis dahin dachten doch viele: Der ist jetzt Berufstrinker und hängt meistens nur noch durch, dieser Rentner-Rocker aus "Hammerburg"“, sagt der Panik-Musiker, der seit vier Jahrzehnten in Hamburg lebt.

Lindenberg, der Anfang der 70er Jahre mit neuen, ungewöhnlichen Texten die deutsche Rockmusik revolutionierte, freut sich bei der Echo-Verleihung auf eine Begegnung mit U2-Sänger Bono („mal 'ne Zigarre paffen mit Kollege Weltweit“). Der Echo, dessen Verleihung diesmal die ARD (20.15 Uhr) live überträgt, wird in 24 Kategorien vergeben. „Panik-Udo“ steht selbst neben Bands wie U2, Depeche Mode oder den Toten Hosen auch im Showteil auf der Bühne. Danach will sich der im Hotel „Atlantic“ wohnende Musiker ganz auf seine geplanten Projekte konzentrieren: „Das Panik-und Action-Museum soll wie ein Raumschiff durch die Geschichte der Bunten Republik Deutschland schweben - von Peter Kraus bis "Woddy Wodka".“ Außerdem träumt er von einem Oceanliner, „auf dem wir mit den Fans die sieben Weltmeere rocken“.

Schon jetzt freut sich die Rocklegende mit den Markenzeichen Hut und Sonnenbrille auf die Auftritte im Herbst dieses Jahres - zum 20. Jahrestag des Falls der Berliner Mauer. „Das muss gefeiert werden. Es kann schließlich nur noch nach vorn gehen“, meint Lindenberg, der sich immer wieder für die deutsch-deutsche Einheit engagiert hatte und mit Liedern wie „Sonderzug nach Pankow“ und „Mädchen aus Ostberlin“ Hits schrieb. Seine Fans hatte der Musiker, der 1983 mit einem Konzert im Palast der Republik in der damaligen DDR-Hauptstadt für großes Aufsehen sorgte, schon immer in Ost und West. Nun kündigt er seinen Anhängern im vereinten Deutschland eine große Power-Party zu den Feiern rund um den 9. November an: Lindenberg und sein Panik-Orchester versprechen einen musikalischen „Panik-Knall zum Mauerfall“.

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